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Rechtsanwälte, Teil 1

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Konsument 2/2000 veröffentlicht: 01.02.2002

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Suchen und finden

Die meisten Rechtssuchenden – im Juristenjargon „Mandant“ oder „Klient“ genannt – finden ihren Anwalt oder ihre Anwältin durch Mundpropaganda („Du, ich hab’ da einen…“). Die Methode hat Schwächen, denn was ist ein „guter Anwalt“ (siehe Kasten?). Jeder hat seinen besonderen Stil, jeder hat besondere Stärken und Schwächen; das ist nicht anders als bei einem Maurer oder einer Verkäuferin. Und was dem einen Klienten gefällt, kann für den anderen ganz verkehrt sein. Fragt man Rechtsanwälte, wie denn ein Laie zu einem guten Rechtsanwalt findet, dann heißt die Antwort fast immer: „Suchen Sie sich einen Spezialisten.“ Eine Minderheit meint hingegen: „Es gibt zentrale Bereiche wie Prozesse bei Unfällen oder strittige Angelegenheiten im Zivilrecht – Geldforderungen, Ehrenbeleidigungen u. s. w. –, die kann jeder Anwalt.“ Bei der Anwaltsprüfung muss jeder Anwalt alle Bereiche abdecken und ein junger Anwalt muss, damit er überleben kann, seine Themen breit streuen. In der Praxis spezialisieren sich aber die allermeisten, anders könnten sie die Flut an Rechtsvorschriften gar nicht überblicken. Der eine macht vor allem Verträge, der andere Bankrecht, der dritte Scheidungen, der vierte Baurecht und ein kleines, verwegenes Häufchen von Strafrechtsexperten holt für ihre des Mordes angeklagten Mandanten statt zehn sechs Jahre Häfen heraus.

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