KONSUMENT.AT - Rechtsanwälte, Teil 1 - Guter Anwalt, guter Mandant

Rechtsanwälte, Teil 1

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Konsument 2/2000 veröffentlicht: 01.02.2002

Inhalt

Guter Anwalt, guter Mandant

Der gute Anwalt

vergewissert sich, wer der Klient ist (ruft zurück, bittet ihn in die Kanzlei);
lässt den Mandanten nicht lange warten;
sagt nötigenfalls im Erstgespräch: „Ich bin in dieser Sache nicht kompetent. Bitte gehen Sie zur Kollegin XY“;
verhält sich so, dass der Mandant Vertrauen hat;
informiert sofort, ob das Erstgespräch kostenlos ist oder nicht;
gibt dem Mandanten einen klaren Auftrag: „Beschaffen Sie folgende Dinge, Texte, Dokumente…, erstellen Sie…, regeln Sie…“;
hört gut zu, lässt den Mandanten reden, bremst aber jene, die nie zur Sache kommen;
gibt dem Mandanten eine Auftragsbestätigung („Ich vertrete Sie in der Sache XY. Das Ziel ist…“);
informiert den Mandanten regelmäßig, aber nur über Wesentliches;
formuliert verständlich;
wimmelt zahllose und unnötige Anrufe ab;
ruft verlässlich zurück;
arbeitet kompetent und sorgfältig;
informiert zu Beginn über das Honorar
(Pauschal-, Stunden-, Einzellverrechnung, Gesamtabrechnung, Teilabrechnung…) und hält die Vereinbarung schriftlich fest;
sagt dem Klienten, ab wann ein Prozess unrentabel wird;
betreibt die Sache zügig;
bereitet den Mandanten gut auf eine Verhandlung vor;
informiert, wenn er verhindert ist, Substitut (Vertretung) und Mandanten;
kontrolliert, was der Richter ins Protokoll diktiert;
hat professionelle Kanzleimitarbeiter (Sekretariat und Juristen);
liefert eher ein gutes Ergebnis als eine gute Show;
zeichnet seine Leistungen penibel auf;
zieht aus der Unwissenheit seines Mandanten keine finanziellen und sonstigen Vorteile.

Der gute Klient

macht selbst, was er selbst tun kann;
geht rechtzeitig zum Anwalt, also möglichst früh;
fragt unmissverständlich nach dem Honorar;
sagt die Wahrheit, auch wenn sie wenig schmeichelhaft ist;
stellt die Sache klar dar;
liefert rechtzeitig brauchbare Unterlagen und Sachverhaltsdarstellungen;
hält Termine ein;
bereitet sich und Unterlagen vor;
notiert sich den Gesprächsverlauf und mündliche Vereinbarungen (alte Juristenwahrheit: Wer schreibt, der bleibt);
belästigt den Anwalt nicht mit unnötigen Anrufen, hält ihn aber über die wichtigen Dinge auf dem Laufenden;
liest (und versteht!) die Schriftstücke, die der Anwalt ihm schickt;
hält vor Gericht seine Gefühle im Zaum, denkt, bevor er spricht und klärt seine Aussage vorher mit dem Anwalt;
zahlt termingerecht das vereinbarte Honorar.

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