KONSUMENT.AT - Reklamieren im Restaurant - Geschmack und Mangel

Reklamieren im Restaurant

Nicht alles schlucken

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KONSUMENT 10/2012 veröffentlicht: 21.09.2012, aktualisiert: 15.10.2012

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Schnecken im Salat

Heikel: Verwechseln Sie nicht Geschmack mit Mangel. Es kommt nicht darauf an, ob es Ihnen schmeckt, sondern, ob das Essen oder Getränk objektiv in Ordnung ist. Ein Salat, in dem Schnecken sind, mag zwar "bio" sein, muss aber nicht bezahlt werden. Allerdings müssen auch Sie den Wirten auf die ekelerregenden Tierchen hinweisen – pauschales Maulen, es habe nicht geschmeckt, reicht für die Geltendmachung der "Mängelrüge" nicht aus. 

Was gegessen wurde muss bezahlt werden

Wenn beim vorletzten Gang nicht nur der servierte Käse, sondern auch das Brot schimmelt, kann das Weiteressen den Gästen nicht zuzumuten sein. Auch für den geplanten letzten Gang darf dann der Wirt keine Rechnung stellen. Was aber vorher gegessen und getrunken wurde, muss auch bezahlt werden.

Fingerspitzengefühl notwendig

Hingegen bedarf es – mangels Rechtsgrundlage – wohl einer Portion Fingerspitzengefühl und Verhandlungsgeschick, wenn der unzufriedene Gast versucht, bei generell schlechtem Essen oder miesem Service einfach weniger zu zahlen und damit sein Missfallen auszudrücken.

Lippenstift am Glas 

Auch Lippenstift am Weinglas kann die Laune des Gastes trüben. Wenn das Glas nach Benutzung des letzten Gastes nicht richtig gereinigt wurde, werden Sie zwar nicht gleich das Getränk von der Rechnung abziehen können. Auch den Preis mindern oder gar Schadensersatz verlangen, wäre überzogen. Sie können aber natürlich ein neues, sauberes Glas verlangen

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Kommentare

  • Wirt haftet für betrunkene Gäste?
    von NETclub50plus am 26.09.2012 um 07:45
    Also, die hier zitierte Geschichte, wonach der Wirt mit Schuld am Schiunfall eines betrunkenen Gastes war, die finde ich ja allerliebst. Was hätte er denn machen sollen? Die Sperrstunde überschreiten und warten, bis der Gast im Nebenzimmer seinen Rausch ausgeschlafen hat? Und wie ist dass dann mit einem Gast, der ein Lokal betrunken verlässt, sich ins Auto setzt und einen Unfall verursacht. Haftet da in Zukunft auch der Wirt? Ein völlig realitätsfernes Urteil, bei dem mich die Verhaltensempfehlungen des Gerichts interessiert hätten ... :-)