KONSUMENT.AT - Reklamieren im Restaurant - Warten auf Essen und Rechnung

Reklamieren im Restaurant

Nicht alles schlucken

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KONSUMENT 10/2012 veröffentlicht: 21.09.2012, aktualisiert: 15.10.2012

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Wartezeiten: 20 bis 30 Minuten

Ein bekanntes Ärgernis aus der Praxis ist, dass lange auf das Essen oder auf die Rechnung gewartet werden muss. Es gibt zwar keine Vorschrift über die maximale Wartezeit, doch endlos braucht der Gast nicht darauf warten, dass das bestellte Essen daher kommt. Wie so oft hängt es vom Einzelfall ab – also von den konkreten Umständen. 20 Minuten bei einem Würstelstand zu warten, ist eher "grenzwertig". Im Hauben-Lokal hingegen sind längere Wartezeiten wohl üblich. 

Aber nicht nur von der Lokalität hängt es ab, sondern auch von dem, was bestellt wurde. Eine frisch zubereitete Nachspeise braucht eben länger als eine aus der Tiefkühltruhe. Als vorsichtige Faustregel kann gelten: Wer mittags in einem gewöhnlichen Restaurant speisen will und nach gut 30 Minuten noch immer ohne Essen da sitzt, kann wohl gehen.

Bei Getränken wird diese Spanne des Zumutbaren eher bei 20 Minuten liegen. Wer es ganz korrekt machen will, sagt dem Personal dann etwa: "Wenn Sie mir mein Glas Wein in fünf Minuten nicht bringen, gehe ich wieder" (juristisch setzen sie damit eine Nachfrist und erklären den Rücktritt). 

Nicht einfach aufstehen und gehen

Darf man denn einfach gehen, wenn trotz wiederholter Aufforderung die Rechnung nicht kommt? Jein. Sie müssen zwar nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag auf die Rechnung warten. Sie können aber umgekehrt nicht einfach sofort aufstehen und gehen.

Zahlen müssen Sie trotzdem

Bevor Sie im Lokal "Wurzeln schlagen", verlangen Sie laut und deutlich innerhalb von 30 Minuten vom Wirt mindestens dreimal die Rechnung. Passiert dann noch immer nichts, können Sie gehen. Doch Vorsicht! Zahlen müssen Sie trotzdem. Wollen Sie sich nicht dem Vorwurf der Zechprellerei aussetzen, müssen Sie daher Name und Anschrift hinterlassen, damit der Wirt die Rechnung zuschicken kann.

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Kommentare

  • Wirt haftet für betrunkene Gäste?
    von NETclub50plus am 26.09.2012 um 07:45
    Also, die hier zitierte Geschichte, wonach der Wirt mit Schuld am Schiunfall eines betrunkenen Gastes war, die finde ich ja allerliebst. Was hätte er denn machen sollen? Die Sperrstunde überschreiten und warten, bis der Gast im Nebenzimmer seinen Rausch ausgeschlafen hat? Und wie ist dass dann mit einem Gast, der ein Lokal betrunken verlässt, sich ins Auto setzt und einen Unfall verursacht. Haftet da in Zukunft auch der Wirt? Ein völlig realitätsfernes Urteil, bei dem mich die Verhaltensempfehlungen des Gerichts interessiert hätten ... :-)