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Sammelaktion Santander

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KONSUMENT 8/2016 veröffentlicht: 28.07.2016

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Mahnspesen

Doch damit nicht genug. Den säumigen Kunden wurden von der Bank nicht nur Verzugszinsen aufgebrummt, Santander stellte ihnen auch noch Mahnspesen in Rechnung. Für die erste Mahnung wurden 20,33 Euro fällig, bei der zweiten waren es bereits 33,10 Euro, und die dritte Mahnung kostete 47 Euro. Diese Praxis wurde erst mit 15.12.2015 beendet.

„Mahnspesen sind zwar im Verzugsfall prinzipiell zulässig, in dieser Höhe stellen sie jedoch bei geringen Zahlungsrückständen unverhältnismäßig hohe Betreibungskosten dar. In der Staffelung der Mahnspesen sehen wir eine gröbliche Benachteiligung des Verbrauchers“, sagt die Juristin und Leiterin der Abteilung Sammelaktionen beim VKI, Ulrike Wolf. Hinzu komme, dass die entsprechende Vertragsklausel intransparent sei. Santander sieht das offenbar ähnlich. Die Bank willigte ein, allen betroffenen Kunden, die sich beim VKI melden, auch die über die Spesen der ersten Mahnung in Höhe von 20,33 Euro hinausgehenden Mahnspesen zurückzuerstatten, da diese unangemessen sind.

Sammelaktion gestartet

Der VKI hat im Auftrag des Konsumentenschutzministeriums eine Sammelaktion (Teilnahmeformular siehe www.verbraucherrecht.at ) gestartet. „Die Teilnahme ist kostenlos und lohnt sich vor allem für Kunden, die mit ihren Kreditrückzahlungen mehrmals in Verzug gerieten und mehrere Mahnschreiben erhielten. In diesen Fällen können Hundert Euro und auch mehr zusammengekommen sein“, sagt Ulrike Wolf. Wichtig ist, dass das Teilnahmeformular eigenhändig unterschrieben und per Post beziehungsweise eingescannt als E-Mail-Attachment an den VKI geschickt wird. „Die Unterschrift ist notwendig, weil uns die Bank aufgrund des Bankgeheimnisses sonst keine Auskunft geben darf“, erklärt Wolf. Da viele der Santander-Kreditnehmerinnen und -Kreditnehmer Migrationshintergrund haben, wird das Formular auch in türkischer und in kroatischer Übersetzung bereitgestellt.

Auch getilgte Kredite betroffen

Der Anspruch auf Rückzahlung der Verzugszinsen wie der Mahnspesen schließt auch Kunden ein, die ihren Kredit längst getilgt haben und gar keine Geschäftsbeziehung mehr zu Santander unterhalten. Da diese kein Konto mehr bei der Bank haben, können sie auch keine Gutschrift erhalten. Der VKI wird für diese Teilnehmer an der Sammelaktion nicht nur die Mahnspesen, sondern auch die Verzugszinsen zurückfordern.

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