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Schiffs- und Immobilienfonds

VKI startet Sammelklage gegen Banken

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veröffentlicht: 19.02.2014

Inhalt

Besonders hohes Risiko

Sachverständige sehen in diesen geschlossenen Schiffs- und Immobilienfonds ein besonders hohes Risiko – höher als etwa bei Einzelaktien, Aktien- oder (offenen) Immobilienfonds. Darauf und auf die Besonderheiten einer solchen Unternehmensbeteiligung wurden die Kunden nicht hingewiesen.

Gespräche mit vermittelnden Banken

Der VKI hat im Herbst 2013 im Auftrag des Konsumentenschutzministeriums den Banken, die seinerzeit geschlossene Immobilien- und Schiffsfonds vermittelt hatten, Gespräche angeboten. Schadenersatzansprüche geschädigter Kunden sollten, so das Ziel, ohne Prozess geregelt werden. Mit einer Reihe von Geldinstituten laufen konstruktive Gespräche. Mit der ERSTE Bank konnte der VKI einen Vergleich erzielen. Andere Banken verweigern Gespräche über generelle Lösungen bei Abgabe eines Verjährungsverzichtes – etwa:

  • Raiffeisen-Regional-Banken in Niederösterreich
  • verschiedene Volksbanken und auch
  • einzelne Hypo- und Privatbanken

Der VKI klagt nun jene Banken wegen systematischer Fehler bei der Vermittlung geschlossener Fonds. Es geht um rund 300 Kunden, bei denen Banken keine Gespräche über eine generelle Lösung führen wollen. Diesen Anlegern bietet der VKI an, ihre Ansprüche dem VKI zum Inkasso abzutreten. Der VKI rechnet mit Abtretungen in Millionenhöhe.

Kosten aufteilen, Risiko verringern

Das Prozesskostenrisiko übernimmt dabei – gegen Erfolgsquote – der deutsche Prozessfinanzierer FORIS. Der VKI wird in den Verfahren von Rechtsanwalt Dr. Schumacher vertreten. Die Teilnehmer tragen nur die Kosten der Sachverhaltsaufnahme durch Dr. Schumacher und einen Anteil der Organisationskosten des VKI. Den Hauptteil der Organisationskosten trägt das BMASK.

Klage oder Verjährung

"Eine Reihe von Banken sind derzeit bemüht, mit uns außergerichtliche Lösungsvorschläge zu entwickeln", sagt Dr. Peter Kolba, Leiter des Bereiches Recht im VKI. "Wenn aber Banken solche Gespräche ablehnen und auch keine Verjährungsverzichte abgeben, dann bleibt den Geschädigten kein Ausweg: Entweder man klagt die Schadenersatzansprüche ein oder diese drohen zu verjähren."

Das Angebot des VKI wendet sich insbesondere an jene Geschädigten, die sich die Kosten eines Gerichtsverfahrens selbst nicht leisten können oder wollen. Also jene Geschädigten, die ohne die Teilnahme an den Sammelklagen ihre Ansprüche durch Verjährung verlieren würden.

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Kommentare

  • Geschlossene Fonds - Immobilienfonds
    von REDAKTION am 11.03.2014 um 09:09

    An wildcat669: Auf der Website unserer VKI-Rechtsabteilung finden Sie dazu mehr Informationen:
    http://verbraucherrecht.at/cms/index.php?id=2181

    Ihr KONSUMENT-Team

  • Geschlossene Fonds - Immobilienfonds
    von wildcat669 am 10.03.2014 um 20:36
    Auch ich (bzw. meine Mutter) bin eine Geschädigte - kann ich mich dieser Sammelklage noch anschließen? Bei mir betrifft es Holland Fonds (Verwalter: TVP)
  • Ein paar Ideen dazu
    von lophiomys2 am 20.02.2014 um 23:21
    von George Carlin http://www.youtube.com/watch?v=qDO6HV6xTmI Generalprävention einmal anders!