Sparen: Inflation schlägt Ertrag

Gute Zinsen verzweifelt gesucht

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Konsument 10/2010 veröffentlicht: 15.09.2010

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Höhere Zinsen als die meisten Sparbücher bieten jetzt Unternehmensanleihen, wie zum Beispiel sparanlage.at. Trotz des ­Namens ist das keine Form des Sparens, sondern eine Anleihe; im Grunde also ein Kredit, den die Anleger der Handelsfirma Spar gewähren. Das bedeutet: Für die einbezahlten Beträge gibt es keine Einlagen­sicherung!

Würde Spar in Zahlungsschwierigkeiten geraten oder pleitegehen, wäre unter Umständen das ganze einbezahlte Geld weg. Ähnliche Anleihen findet man im Internet öfter, wobei häufig nicht deutlich beschrieben wird, dass es sich nicht um Spareinlagen handelt.

Blitzer und Blender

In solchen Zeiten schlägt nur zu oft die Stunde der Blitzer und Blender, die mit scheinbar sicheren Toprenditen winken. Doch zu verschenken hat niemand etwas, und auch wenn die Banken die Kredit- und Überziehungszinsen ruhig etwas herunterfahren und bei den Guthabenzinsen etwas drauflegen könnten: Hohe Renditen sind derzeit mit sicheren Anlagen einfach nicht zu machen. Also muss es sich bei höheren Erträgen um riskantere Geschäfte handeln, bei denen im schlechten Fall eventuell auch das eingesetzte Kapital auf dem Spiel steht.

Investieren Sie daher bei zweifelhaften, aber auch bei äußerst überzeugenden Anlage-Angeboten immer nur dann, wenn alle wichtigen Fragen (siehe Checkliste) ausreichend beantwortet sind. Es versteht sich außerdem von selbst, dass man sich nur dann in solche Abenteuer stürzen sollte, wenn der Gutteil des eigenen Vermögens bereits sicher deponiert ist.

Kirschen in Nachbars Garten

In mageren Zeiten späht mancher auch gern über die Grenze, ob es dort nicht mehr zu holen gäbe. Das Internet hat ­Recherchen und Vergleiche deutlich erleichtert, an den seit Jahrhunderten gül­tigen Anlagegesetzen hat sich aber nichts geändert: höhere Rendite = mehr Risiko. Dazu kommen im Ausland andere rechtliche Bedingungen, eventuell eine andere Sprache und nicht zuletzt außerhalb der Euro-Zone das Währungs­risiko. Unter Umständen ist für einen Vertragsabschluss ein Wohnsitz im jeweiligen Land erforderlich oder eine Kontoeröffnung nur mit erheblichem Aufwand möglich. Auch die Versteuerung sollte gleich von Beginn an ins Kalkül gezogen werden.

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Kommentare

  • Porschebank-Zinsen geändert?
    von Fitzliputzli am 07.02.2012 um 05:46
    Nach meinen Informationen bietet die Porschebank derzeit (Anfang Februar 2012) für eine 12-monatige Bindung 2,3%. Der Name des Produktes ist "Direktsparen Fix 12 Monate"). Das werde ich nützen!
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