Überziehungszinsen

Ein starkes Stück

Seite 2 von 11

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 4/2013 veröffentlicht: 20.03.2013

Inhalt

Aufschläge: wie es euch gefällt

Bei den Aufschlägen zeigt sich die Intrans­parenz des Zinsensystems in ihrer ganzen Pracht. Die Banken richten sich bei den Zins­anpassungen nach bestimmten Referenzzinssätzen. Bei den von uns erhobenen Zins­sätzen wurden teilweise Formulierungen wie "marktkonform“ oder "indivi­duell“ für die Anpassungsmechanismen verwendet. Solche wol­kigen Umschreibungen für Zinssatzänderungen sind – wie viele unserer Musterprozesse gezeigt ­haben – gesetzeswidrig und daher unwirksam.

An Vergleichswert gekoppelt

Veränderbare, also variable Zinssätze müssen an einen für den Verbraucher nachvollziehbaren Referenzwert gekoppelt sein. Dies ist an sich schon schwer nachvollziehbar. Nach der Anpassung – an welchen Referenzzinssatz auch immer – kommen aber auch noch die Aufschläge der jeweiligen Bank dazu und machen aus den Kontopaketen richtige Überraschungseier.

3-Monats-Euribor

Ein Beispiel: Selbst wenn man den gleichen Referenzzinssatz (3-Monats-Euribor) ­zugrunde legt, verlangt die Volksbank Ried im Innkreis einen Aufschlag von 0,875 Prozent, während es bei direktanlage.at 7,25 Prozent sind. Weiteres Beispiel: Die Hypo Tirol hat auf ihren Referenzzinssatz (1-Monats-Euribor) ­einen Aufschlag von 11 Prozent fest­gelegt und für den Habenzinssatz 6 Prozent Abschlag. Das ergibt eine Spannweite von 17 Prozent für das Hereinnehmen und Aus­leihen von Einlagen mit gleicher Frist – wohl­gemerkt nur theoretisch, weil der 1-Monats-Euribor schon seit bald 15 Jahren nicht einmal mehr in die Nähe von 6 Prozent gekommen ist.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
14 Stimmen
Weiterlesen

Kommentare

  • Bankenwechsel!
    von vienne am 09.05.2013 um 10:58
    Bin gerade dabei nach rund 30 Jahren, von der BAWAG zu einer Internetbank zu wechseln, bin neugierig wie lange es dauert. Die Konto-Spesen und die Überziehungszinsen sind bei der BAWAG unverschämt, 13,75% !!! Die Habenzinsen gibt es fast nicht. Ein Gespräch mit dem Betreuer brachte nichts, Interventionen in der Direktion sinnlos. Finde es ausserdem dumm, dass man auch um eine neue VISA-Karte ansuchen muss und diese nicht bis zum Verfall weiterbenützen kann. Ist doch nur eine Kontoänderung bei VISA nötig! Ich hoffe, dass mehr Kunden bei diesen Abzockerbanken aufwachen und wechseln. Vielleicht bringt die EU in diesen Bankendschungel mehr Klarheit und wirklich leichtere Wechselmöglichkeiten, denn die ganzen Abbuchungen, Einziehungsaufträge usw wieder richtig hinzubekommen ist auch noch ein schönes Stück Arbeit. trotzdem, ich bin froh desen Schritt getan zu haben und diese Finanzhaie in den USA nicht noch länger füttern muss!
  • Und bei der Hypo Tirol
    von eiger am 14.04.2013 um 09:03
    darf ich mit über 12% diese marode Bank mitfinanzieren (natürlich Überziehungszins gemeint).
KONSUMENT-Probe-Abo