KONSUMENT.AT - Verbraucherrechte-Richtlinie neu - Transport und Rücksendung

Verbraucherrechte-Richtlinie neu

Halbherzig

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KONSUMENT 6/2014 veröffentlicht: 22.05.2014, aktualisiert: 16.06.2014

Inhalt

3. Transport und Rücksendung

Neu geregelt ist auch das Transportrisiko für versendete Waren. Dieses geht nun erst mit der Übergabe der Ware an den Verbraucher über. Die Kosten für die Retoursendung (nach einem Rücktritt) trägt dagegen künftig – unter der Voraussetzung, dass der Verkäufer dies in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen vermerkt hat – grundsätzlich der Käufer.

Portokosten, Benutzungsentgelt

Sonst fällt die Übernahme des Portos durch den Händler unter Kulanz. Der Käufer muss kein Benutzungsentgelt mehr leisten, wenn er etwa die bestellte Ware anprobiert oder getestet hat. Das versendende Unternehmen kann neu allerdings einen Ersatz für den Wertverlust der Ware verlangen. Streitfälle sind vorprogrammiert.

Beweispflicht für Rücksendung

Ebenfalls konfliktträchtig erscheint, dass der Verkäufer im Voraus bezahlte Beträge so lange einbehalten kann, bis er die zurückgesendete Ware oder einen Nachweis über deren Absendung erhalten hat. Langt diese nicht bei ihm ein (beziehungsweise behauptet er, sie nicht erhalten zu haben), liegt die Beweispflicht für die erfolgte Rücksendung beim Kunden.

Klagen könnte schwierig werden

Erhält er den Kaufpreis nicht zurück, bleibt dem Kunden nur die Möglichkeit, das Unternehmen zu klagen. Problematisch ist dies in zweierlei Hinsicht. Zum einen scheuen Konsumenten meistens den Gang vor Gericht, zum anderen ist die grenzüberschreitende Rechtsdurchsetzung nach wie vor schwierig.

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Kommentare

  • Verbraucherrechte-Richtlinie neu
    von ChrisDePurk am 12.07.2014 um 11:45
    Rechtzeitig vor Einführung dieser Richtlinie hat T-Mobile noch mal schnell eine sehr unsaubere Geldbeschaffungsaktion gestartet: Mitte Mai wurde eine SMS mit dem Produkt "Internetschutz" verschickt, die ab Juni automatisch verrechnet wird, wenn dieser SMS nicht widersprochen wird. Und nun auch tatsächlich verrechnet wird! Allerdings wird diese "Option" nach einem kurzen Beschwerdeanruf auch sofort aus dem System genommen. Bleibt die Frage offen, wieviele Kunden brav zahlen, wenn nur die Hälfte diesem miesen Trick widersprechen! Angesichts solcher Geschäftspraktiken darf man sich letztendlich auch nicht wundern, daß manchen Branchen ihr Ruf einfach vorauseilt...