KONSUMENT.AT - Vitalakademie: irreführende Geschäftspraktik - ErnährungstrainerIn ist nicht gleich ErnährungsberaterIn

Vitalakademie: irreführende Geschäftspraktik

VKI gewinnt Klage

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veröffentlicht: 12.02.2020

Inhalt

Die Vitalakademie bietet eine Ausbildung zum "Ernährungstrainer an". In der Werbung für diesen Lehrgang klärt die Vitalakademie nicht ausreichend darüber auf,  dass ausgebildete "Ernährungstrainer" keine individuelle Beratung in Ernährungsfragen durchführen dürfen. Das ist dem Gewerbe des Ernährungsberaters vorbehalten. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI)  klagte und bekam Recht. 

29 gesetzwidrige Klauseln

Der VKI führte die Klage gegen die Vitalakademie (akademie mea vita gmbh) im Auftrag des Sozialministeriums. Das Gericht beurteilte auch alle 29 vom VKI eingeklagten Klauseln aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) als gesetzwidrig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Keine individuelle Ernährungsberatung von "Ernährungstrainern"

Die Vitalakademie bietet österreichweit im Rahmen von Präsenz- und Fernlehrgängen eine Ausbildung zum "diplomierten Ernährungstrainer" an. Die Tätigkeit des Ernährungstrainers ist im Unterschied zu jener des Ernährungsberaters nicht gesetzlich geregelt. Der Oberste Gerichtshof hat vor Kurzem klargestellt: Ein Ernährungstrainer darf nur allgemeines Wissen weitergeben. Dazu gehört beispielsweise Wissen im Rahmen von Vorträgen. Individuelle Beratung und persönliche Betreuung in Ernährungsfragen ist der Tätigkeit des Ernährungsberaters vorbehalten. Diese dürfen nur Ernährungswissenschafter und Diätassistenten ausüben. 

Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht

Über die engen Grenzen des Arbeitsbereichs eines Ernährungstrainers hat die Vitalakademie vor Abschluss des Ausbildungsvertrags nicht ausreichend aufgeklärt, weder in ihren Bildungskatalogen noch auf der Webseite. So lautet das Urteil des LG Linz. Eine ausdrückliche Klarstellung der Tätigkeit eines Ernährungsberaters und eines Ernährungstrainers sei nicht erfolgt. Die Vitalakademie habe den Eindruck vermittelt, Absolventen des Lehrgangs dürften auch individuelle Arbeiten und Beratungen mit Kunden vornehmen. Dieses Verhalten stellt eine irreführende Geschäftspraktik dar und verstößt gegen das Wettbewerbsrecht.  VKI-Juristin Dr. Barbara Bauer (Bild: VKI)

„Das Urteil ist sowohl für Interessenten an einer Ausbildung zum Ernährungstrainer wichtig, als auch für bereits fertige Absolventen, die sich vielleicht über den Umfang ihrer Berechtigungen im Unklaren sind“, erläutert Dr. Barbara Bauer, zuständige Juristin im VKI. „Man darf dabei nicht vergessen, dass Ausbildungsabsolventen, die Tätigkeiten über den gesetzlich erlaubten Rahmen hinaus anbieten, sich der Gefahr kostspieliger Klagen aussetzen.“

Lesen Sie auch das komplette Urteil auf www.verbraucherrecht.at .


 

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Kommentare

  • Korrekte Berufsbezeichnung
    von Pauli 1 am 12.02.2020 um 15:45
    Den Beruf des/der DiaetassistentIn gibt es bereits seit 15 Jahren nicht mehr, die korrekte Bezeichnung lautet Diätologin oder Diätologe. Bitte besser recherchieren.