KONSUMENT.AT - WEB-Skandal - WEB/Bautreuhand/IMMAG-Skandal

WEB-Skandal

Sammelklagen gegen Salzburger Sparkasse

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veröffentlicht: 16.02.2004

Inhalt

Der WEB/Bautreuhand/IMMAG -Skandal

1975: Hohe Renditen versprochen  

Die WEB-Gruppe vertreibt ab Mitte der 70er Jahre Anlageprodukte unter der Bezeichnung „Hausanteilscheine“. Den Anlegern werden besonders hohe Renditen versprochen und dazu Grundbuchsicherheit der Anleger, da nur in sichere Immobilien investiert würde. Die Produkte werden von verschiedenen Bautreuhandgesellschaften verkauft. Das Produkt erweist sich nur im Verkauf als erfolgreich, die Projekte erzielen aber kaum Gewinne, der Hotelbereich schreibt großteils Verluste.

1983: konkursreif  

Ca. im Jahr 1983 wird klar, dass die Versprechungen den Anlegern gegenüber nicht eingehalten werden können. Aufgrund wechselseitiger Verschachtelungen mit der gemeinnützigen Wohnbaufirma WEB wäre die gesamte Unternehmensgruppe konkursreif. Die Schulden bei den drei Hauptgläubigerbanken betragen über 700 Mio ATS. Alleine bei der Salzburger Sparkasse sind über 400 Mio ausständig.

Ein damals erarbeitetes „Sanierungskonzept“ sieht vor, den Verkauf von Hausanteilscheinen nochmals zu forcieren. Damit sollen alte Anleger ausbezahlt und die Schulden bei den Banken reduziert werden.

IMMAG zur Verschleierung gegründet

Um möglichst wenig Verbindung zu den alten erfolglosen Bautreuhandprodukten erkennen zu lassen, wird der neue Teilkonzern IMMAG gegründet.


Laut Urteil des OGH im Strafverfahren WEB I musste den Konzernspitzen damals klar gewesen sein, dass das Sanierungskonzept nicht funktionieren konnte. Die vorgeschlagene Sanierung war lediglich ein etwas kompliziertes „Schneeballsystem“, das nur solange funktionieren konnte, wie neue Anleger genug Geld in den Konzern einzahlen. Das Ende war absehbar.

1989: Anzeige der AK-Salzburg

Im Juni 1989 kommt es zum offenen Skandal: als Anlegergelder nicht mehr ausbezahlt werden können, erstattet die Arbeitkammer Salzburg Anzeige.

Anlegergelder um Umfang von rd. 1 Mrd. ATS sind verschwunden respektive im Konzern für einen großzügigen Lebensstil der Betreiber verbraucht worden.

Die Konzernspitzen werden daher wegen Untreue - nämlich mißbräuliche Verwendung der Anlegergelder – strafrechtlich verurteilt.


2003: Staatsanwalt befürchtet Verjährung  

Das Strafverfahren WEB III beginnt 1996. Dabei wirft die Staatsanwaltschaft den damaligen Managern der Salzburger Sparkasse vor, von den Untreuehandlungen spätestens ab 1986 gewusst zu haben und nicht nur nichts dagegen unternommen zu haben, sondern an der Täuschung der Anleger durch Mitwirkung an den sogenannten Verrechnungsrädern aktiv beteiligt gewesen zu sein. Das Urteil wird 2003 gesprochen.

Um die triste Vermögenslage des WEB/Bautreuhand/IMMAG-Konzern zu verschleiern wurden ab 1984 an manchen Tagen bis zu 1,7 Mrd. ATS an einem Tag im Kreis bewegt, um Außenstehenden einen aktiven, erfolgreichen Wirtschaftsbetrieb vorzutäuschen. Die Konten, die an diesen Transaktionen beteiligt waren, befanden sich bei der Salzburger Sparkasse und wurden von einem Mitarbeiter unter Genehmigung des Vorstandes geführt.

Haftung der Salzburger Sparkasse

Sollte ein Zivilgericht – was zu erwarten ist - den Sachverhalt gleich wie das Strafgericht beurteilen, haftet die Salzburger Sparkasse den geschädigten Anlegern für das Fehlverhalten ihrer Organe. Damit ergibt sich für die Geschädigten Anleger erstmals eine hohe Wahrscheinlichkeit ihren restlichen Schaden ersetzt zu erhalten.

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