Wegefreiheit: Was darf man im Wald?

Jäger oder Sammler

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KONSUMENT 5/2011 veröffentlicht: 18.04.2011, aktualisiert: 24.06.2011

Inhalt

Manchmal sehen Erholungsuchende den Wald vor lauter Verbotsschildern nicht. Immer mehr ­Naturraum wird für die Öffentlichkeit gesperrt. Wir sagen Ihnen, welche Verbote zu beachten sind und welche Sie getrost ignorieren können.

Der Zugang zur Natur wird von zwei Seiten bedroht: Einerseits wird der Naturraum ­immer stärker durch Autobahnen, Golfplätze, Skipisten oder riesige Hotelkomplexe zurückgedrängt. Auf der anderen Seite gibt es eine kapitalkräftige Lobby, die offenbar am liebs­ten alle Erholungsuchenden aus den verbliebenen Naturräumen aussperren lassen würde, um ungestört ihrer Jagdlust frönen zu können. Man stellt sich die bange Frage: Was darf man im Wald eigentlich noch?

Im Wald und darüber

Wobei es nicht nur um den Wald geht. Als ­Erholungsraum kommt in Österreich neben dem Wald auch das Alm- und Ödland oberhalb der Baumgrenze infrage. Diese Grenze ist auch rechtlich relevant. Denn die Rechte im Wald und im Bergland sind zum Teil sehr unterschiedlich geregelt.

In jedem Fall gilt allerdings der Grundsatz: Jeder Mensch hat ein Anrecht darauf, die ­Natur aus Erholungsgründen zu betreten. Auch private Eigentümer dürfen dieses Recht nicht infrage stellen. Der Erholungsuchende ist kein Bittsteller, auch wenn diese Vorstellung in vielen Köpfen noch herumgeistern mag.

Wandern und laufern

Laut Paragraf 33 des Forstgesetzes aus dem Jahre 1975 gilt im Wald die sogenannte ­"Wegefreiheit". Das bedeutet, dass sich jedermann dort aufhalten kann; er kann gehen, wandern, laufen – auch abseits der Wege. Das schließt auch Skilaufen (Tourenskilauf und Langlauf) und natürlich auch Schneeschuhwandern ein. Für andere Betätigungen gibt es allerdings Einschränkungen.

Reiten und Rad fahren

Wer reiten, Rad fahren, rodeln oder zelten will, braucht dazu die Zustimmung des Grundeigentümers. Für markierte Mountainbike-Routen gibt es in der Regel eine generelle Vereinbarung, die vom Land, von der Gemeinde oder Tourismusverbänden mit dem Eigentümer ausgehandelt wurde. Ähnliches gilt für Reitwege oder Rodelstrecken. Überdies bedürfen kommerzielle Veranstaltungen und das Betreten des Waldes zu anderen als Erholungszwecken der ausdrücklichen Zustimmung durch den Grundeigentümer. Im Bereich von Skiliften ist das Abfahren nur auf markierten Pisten oder Skirouten erlaubt (ca. 500 Meter rechts und links des Lifts).

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Kommentare

  • Gefähliche Ratschläge, komplett an der Realität vorbei!
    von o-nd am 04.06.2017 um 12:49
    Beim Lesen dieses Artikels bekomme ich schnell und stark zur Vermutung, dass hier persönliches Wunschdenken eines Journalisten der Vater des Artikels war. Leider enthält er grundsätzlich falsche, ja sogar gefährliche Inhalte! Es beginnt schon in der Einleitung: "In jedem Fall gilt allerdings der Grundsatz: Jeder Mensch hat ein Anrecht darauf, die ­Natur aus Erholungsgründen zu betreten. Auch private Eigentümer dürfen dieses Recht nicht infrage stellen. Der Erholungsuchende ist kein Bittsteller, auch wenn diese Vorstellung in vielen Köpfen noch herumgeistern mag." Öhm. Wo steht denn das?!? In Österreich ist Grundbesitz prinzipiell das Eigentum einer (juristischen oder natürlichen) Person. Der Besitzer hat - _mit_einer_einzigen_Ausnahme_ - das Recht, das Betreten seines Besitzes zu erlauben oder zu verbieten! Diese Ausnahme ist das Forstgesetz, zu dem ich später noch kommen werde. Aber alle anderen Spielarten von "Natur" sind davon nicht erfasst! Jede Wiese, Moor, Sumpflandschaft, Gewässer, wasauchimmer ist erstmal Privatbesitz. Diesen ohne Einwilligung des Besitzers zu betreten ist strafbar! Auch das Sammeln von Waldfrüchten (Beeren, Schwammerln, …) ist eine Angelegenheit des Grundbesitzers. Hier gibt es zwar eine pauschale Erlaubnis (bis zu zwei kg Schwammerl, Beeren o.ä. für den eigenen Bedarf), allerdings kann diese vom Eigentümer jederzeit widerrufen werden. Zur Urkundenfälschung: Kompletter Schwachsinn!!! Im besten (schlimmsten) Fall handelt es sich um die Ausstellung einer Lugurkunde, was jedoch strafrechtlich nicht relevant ist. Die Idee, „ungesetzliche oder veraltete Tafeln dürfte man eigentlich entsorgen…“ ist nicht nur inhaltlich falsch, sondern geht sogar in Richtung Aufforderung zu mit Strafe bedrohten Handlungen (§ 282 StGB). Nicht der Wanderer, sondern der Grundbesitzer oder sonstige Verfügungsberechtigte hat zu bestimmen, ob eine Tafel Abfall ist oder nicht. Sie mag inhaltlich falsch sein und darf ignoriert werden, aber sie deswegen zu entwenden ist schlicht und ergreifen Diebstahl! Hinzu kommt, dass zumindest das grün/weiße Schild definitiv der geltenden Gesetzeslage entspricht. Das Betretungsverbot _muss_ sogar draufstehen! §34 der NÖ Jagdverordnung lautet: „Zur Kennzeichnung von … Fütterungsbereichen und Wildschutzgebieten, sind die in der Anlage 21 enthaltenen Tafeln zu verwenden. Die kreisrunden Tafeln sind in grüner Farbe mit einem in der Mitte horizontal verlaufenden weißen Streifen auszuführen. Der Durchmesser hat 40 bis 45 cm zu betragen, während der weiße Streifen eine Breite von etwa 1/5 des Durchmessers aufzuweisen hat. Die Tafeln haben in schwarzer Aufschrift die Worte “Jagdliches Sperrgebiet Betreten verboten” bzw. “Befristetes jagdliches Sperrgebiet Betreten verboten” bzw. “Wildschutzgebiet betreten verboten” zu enthalten“. Zum Gewohnheitsrecht: §33 ForstG regelt eindeutig, dass für das Betreten im Wald keine Ersitzung stattfinden kann. Ersitzungen können in diesem Zusammenhang allenfalls auf Wegen und Straßen vorkommen. Wird eine Straße jedoch widerrechtlich betreten so schließt dies eine Ersitzung aus. Und – last but not least – kommt in den Leserreaktionen wieder jene komplette Unkenntnis des österreichischen Rechtssystems durch. Da wird der Stufenbau der Rechtsordnung mit einem lapidaren Satz („Leider wird versucht, mit jagdrechtlichen Bestimmungen der Länder bundesgesetzliche Regelungen zu umgehen.“) vom Tisch zu wischen. Fast schon komisch, wenn es nicht in einem seriösen Format (wie eben bei konsument.at) veröffentlicht wäre…
  • Dies und das
    von mascheko am 02.06.2011 um 13:18
    - Eine Ersitzung dürfte eigentlich nicht eintreten: § 33 ForstG (5) "Durch die Benutzung des Waldes zu Erholungszwecken tritt eine Ersitzung (§§ 1452 ff. ABGB) nicht ein." - Wieso soll das Schild im Wald rechtlich als "Abfall" gelten? § 2 AWG regelt klar die Begriffsdefinition. - In der Zusammenfassung steht, dass man überall Ski fahren darf - ausgenommen in bestimmten Verbotszonen und Sperrgebieten. Eigentlich ist es nach $ 33 ForstG (3) genau umgekehrt: Es ist nirgends erlaubt, AUSSER im Bereich von Aufstiegshilfen, dort nur auf markierten Pisten oder Schirouten. Zum Vorredner: Das Hunde-Leine-Problem existiert besonders in der Lobau als klassischem Naherholungsgebiet. Hier gilt das Wiener Nationalparkgesetz §6 (3), Hunde sind an der Leine zu führen. Fahrradfahrer müssten sich eigentlich auch hier (wie z.B. auf mit Fußgängern gemeinsam benützten Wegen wie Donauinsel/Donaukanal) an §20 StVO (1) halten: "Der Lenker eines Fahrzeuges hat die Fahrgeschwindigkeit den gegebenen ... Umständen, insbesondere den Straßen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen, sowie den Eigenschaften vom Fahrzeug ... anzupassen."
  • Interessanter Beitrag!
    von powerplana am 26.05.2011 um 15:25
    Hab ich in dieser Form noch nirgendwo gelesen, bravo KONSUMENT!!!!
  • Schöner Beitrag
    von Malowan80 am 09.05.2011 um 11:26
    ... Was mich immer wieder stört sind die vielen Hundehalter, die ihre Viecherl ohne Leine herumrennen lassen. Und dann wären da noch die Mountainbiker, die davon ausgehen, dass Fussgänger zur Seite springen müssen (mehrfach im Helenental erlebt).
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