KONSUMENT.AT - Wegefreiheit: Was darf man im Wald? - Sammler, Nutzungsverbote

Wegefreiheit: Was darf man im Wald?

Jäger oder Sammler

Seite 2 von 7

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 5/2011 veröffentlicht: 18.04.2011, aktualisiert: 24.06.2011

Inhalt

Mineralien, Schwammerl, Beeren

Sofern nicht erwerbsmäßig, ist das Sammeln von Mineralien unbeschränkt, das Sammeln von Schwammerln, Beeren und Kräutern bis zu maximal zwei Kilo pro Tag gestattet. ­Darüber hinaus beschränken zum Teil die Naturschutzgesetze der Länder die Sammel­leidenschaft. Die Verwendung von Rechen beim Beerensammeln ist jedenfalls verboten.

Oberhalb der Waldgrenze

Oberhalb der Waldgrenze ist einerseits alles komplizierter, weil hier die Wegefreiheit nicht einheitlich geregelt ist, sondern jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht. Andererseits sind die Freiheiten generell größer als im Wald. Das Bergland ist "für den Touristen­verkehr frei", was so interpretiert wird, dass auch das Reiten, Radfahren, Rodeln oder ­Zelten grundsätzlich ohne Genehmigung erlaubt ist. Mit zwei Ausnahmen: In Oberösterreich und Vorarlberg gilt Reiten und Rad­fahren oberhalb der Baumgrenze als generell verboten.

Nutzungsverbote und Sperren

Sowohl unterhalb als auch oberhalb der Baumgrenze können Beschränkungen für bestimmte Gebiete vorgesehen werden. Zu unterscheiden sind Nutzungsverbote und Sperren.

Nutzungsverbote bestehen vor allem für Waldflächen, dazu zählen:

  • Aufforstungsflächen – Jungwald bis drei Meter Höhe darf nicht betreten werden.
  • Bannwald – er soll Siedlungen vor Lawinen und Muren schützen.
  • Naturschutzreservate – sie bezwecken, dass Wald wieder zum vom Menschen unbeeinflussten Urwald werden kann oder beispielsweise Moore erhalten bleiben.
  • Wasserschutzgebiete – zum Schutz der allgemeinen Wasserversorgung. Sie können auf den Quellbereich beschränkt sein, aber auch großräumig abgesperrte Gebiete umfassen.

Nutzungsverbote untersagen in der Regel jegliches Betreten des Gebietes, sie gelten längerfristig oder unbefristet, Hinweistafeln an Wegen zur Kennzeichnung des Betretungsverbots sind nicht erforderlich.

Dem­gegenüber gelten Waldsperren meist befris­tet und nur abseits von Wegen. Sie sind mit amtlichen Hinweistafeln zu kennzeichnen. Absolute Betretungsverbote sind bei Sperrgebieten eher die Ausnahme: Befristet gilt das etwa für Holzfällungen oder bei Treib­jagden, unbefristet für Christbaumkulturen und Alpengärten sowie bei Eigenbedarf des Eigentümers bis zu maximal 15 Hektar (150.000 m2) rund um sein Haus.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
10 Stimmen
Weiterlesen

Kommentare

  • Gefähliche Ratschläge, komplett an der Realität vorbei!
    von o-nd am 04.06.2017 um 12:49
    Beim Lesen dieses Artikels bekomme ich schnell und stark zur Vermutung, dass hier persönliches Wunschdenken eines Journalisten der Vater des Artikels war. Leider enthält er grundsätzlich falsche, ja sogar gefährliche Inhalte! Es beginnt schon in der Einleitung: "In jedem Fall gilt allerdings der Grundsatz: Jeder Mensch hat ein Anrecht darauf, die ­Natur aus Erholungsgründen zu betreten. Auch private Eigentümer dürfen dieses Recht nicht infrage stellen. Der Erholungsuchende ist kein Bittsteller, auch wenn diese Vorstellung in vielen Köpfen noch herumgeistern mag." Öhm. Wo steht denn das?!? In Österreich ist Grundbesitz prinzipiell das Eigentum einer (juristischen oder natürlichen) Person. Der Besitzer hat - _mit_einer_einzigen_Ausnahme_ - das Recht, das Betreten seines Besitzes zu erlauben oder zu verbieten! Diese Ausnahme ist das Forstgesetz, zu dem ich später noch kommen werde. Aber alle anderen Spielarten von "Natur" sind davon nicht erfasst! Jede Wiese, Moor, Sumpflandschaft, Gewässer, wasauchimmer ist erstmal Privatbesitz. Diesen ohne Einwilligung des Besitzers zu betreten ist strafbar! Auch das Sammeln von Waldfrüchten (Beeren, Schwammerln, …) ist eine Angelegenheit des Grundbesitzers. Hier gibt es zwar eine pauschale Erlaubnis (bis zu zwei kg Schwammerl, Beeren o.ä. für den eigenen Bedarf), allerdings kann diese vom Eigentümer jederzeit widerrufen werden. Zur Urkundenfälschung: Kompletter Schwachsinn!!! Im besten (schlimmsten) Fall handelt es sich um die Ausstellung einer Lugurkunde, was jedoch strafrechtlich nicht relevant ist. Die Idee, „ungesetzliche oder veraltete Tafeln dürfte man eigentlich entsorgen…“ ist nicht nur inhaltlich falsch, sondern geht sogar in Richtung Aufforderung zu mit Strafe bedrohten Handlungen (§ 282 StGB). Nicht der Wanderer, sondern der Grundbesitzer oder sonstige Verfügungsberechtigte hat zu bestimmen, ob eine Tafel Abfall ist oder nicht. Sie mag inhaltlich falsch sein und darf ignoriert werden, aber sie deswegen zu entwenden ist schlicht und ergreifen Diebstahl! Hinzu kommt, dass zumindest das grün/weiße Schild definitiv der geltenden Gesetzeslage entspricht. Das Betretungsverbot _muss_ sogar draufstehen! §34 der NÖ Jagdverordnung lautet: „Zur Kennzeichnung von … Fütterungsbereichen und Wildschutzgebieten, sind die in der Anlage 21 enthaltenen Tafeln zu verwenden. Die kreisrunden Tafeln sind in grüner Farbe mit einem in der Mitte horizontal verlaufenden weißen Streifen auszuführen. Der Durchmesser hat 40 bis 45 cm zu betragen, während der weiße Streifen eine Breite von etwa 1/5 des Durchmessers aufzuweisen hat. Die Tafeln haben in schwarzer Aufschrift die Worte “Jagdliches Sperrgebiet Betreten verboten” bzw. “Befristetes jagdliches Sperrgebiet Betreten verboten” bzw. “Wildschutzgebiet betreten verboten” zu enthalten“. Zum Gewohnheitsrecht: §33 ForstG regelt eindeutig, dass für das Betreten im Wald keine Ersitzung stattfinden kann. Ersitzungen können in diesem Zusammenhang allenfalls auf Wegen und Straßen vorkommen. Wird eine Straße jedoch widerrechtlich betreten so schließt dies eine Ersitzung aus. Und – last but not least – kommt in den Leserreaktionen wieder jene komplette Unkenntnis des österreichischen Rechtssystems durch. Da wird der Stufenbau der Rechtsordnung mit einem lapidaren Satz („Leider wird versucht, mit jagdrechtlichen Bestimmungen der Länder bundesgesetzliche Regelungen zu umgehen.“) vom Tisch zu wischen. Fast schon komisch, wenn es nicht in einem seriösen Format (wie eben bei konsument.at) veröffentlicht wäre…
  • Dies und das
    von mascheko am 02.06.2011 um 13:18
    - Eine Ersitzung dürfte eigentlich nicht eintreten: § 33 ForstG (5) "Durch die Benutzung des Waldes zu Erholungszwecken tritt eine Ersitzung (§§ 1452 ff. ABGB) nicht ein." - Wieso soll das Schild im Wald rechtlich als "Abfall" gelten? § 2 AWG regelt klar die Begriffsdefinition. - In der Zusammenfassung steht, dass man überall Ski fahren darf - ausgenommen in bestimmten Verbotszonen und Sperrgebieten. Eigentlich ist es nach $ 33 ForstG (3) genau umgekehrt: Es ist nirgends erlaubt, AUSSER im Bereich von Aufstiegshilfen, dort nur auf markierten Pisten oder Schirouten. Zum Vorredner: Das Hunde-Leine-Problem existiert besonders in der Lobau als klassischem Naherholungsgebiet. Hier gilt das Wiener Nationalparkgesetz §6 (3), Hunde sind an der Leine zu führen. Fahrradfahrer müssten sich eigentlich auch hier (wie z.B. auf mit Fußgängern gemeinsam benützten Wegen wie Donauinsel/Donaukanal) an §20 StVO (1) halten: "Der Lenker eines Fahrzeuges hat die Fahrgeschwindigkeit den gegebenen ... Umständen, insbesondere den Straßen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen, sowie den Eigenschaften vom Fahrzeug ... anzupassen."
  • Interessanter Beitrag!
    von powerplana am 26.05.2011 um 15:25
    Hab ich in dieser Form noch nirgendwo gelesen, bravo KONSUMENT!!!!
  • Schöner Beitrag
    von Malowan80 am 09.05.2011 um 11:26
    ... Was mich immer wieder stört sind die vielen Hundehalter, die ihre Viecherl ohne Leine herumrennen lassen. Und dann wären da noch die Mountainbiker, die davon ausgehen, dass Fussgänger zur Seite springen müssen (mehrfach im Helenental erlebt).