KONSUMENT.AT - Wohnungseigentum - Voraussetzung für die Begründung von Wohnungseigentum

Wohnungseigentum

Trautes Heim – geteiltes Glück

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KONSUMENT 2/2016 veröffentlicht: 28.01.2016

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Voraussetzung für die Begründung von Wohnungseigentum

Wohnungseigentum entsteht immer erst mit der Eintragung im Grundbuch. Für die Eintragung sind dem Grundbuchgericht folgende Urkunden vorzulegen:

  • die Bescheinigung der Baubehörde oder das Gutachten eines für den Hochbau zuständigen Ziviltechnikers bzw. Immobiliensachverständigen über alle selbstständigen Objekte im Gebäude und die vorhandenen Kfz-Abstellplätze auf der Liegenschaft. Diese Bescheinigung ist aufgrund der genehmigten (Um-)Baupläne zu erstellen und kann daher bereits vor Fertigstellung des Bauvorhabens, nur aufgrund der Baugenehmigung, ausgefertigt werden;
  • das Gutachten eines Ziviltechnikers oder eines Sachverständigen über die Nutzwertberechnung. Aus dem Nutzwert je Wohnung (sonstiger selbstständiger Räumlichkeit, Kfz-Abstellplatz) ergibt sich auch der sogenannte Mindestanteil jedes Wohnungseigentümers;
  • der Wohnungseigentumsvertrag zwischen allen Miteigentümern der Liegenschaft oder eine gerichtliche Entscheidung über die Wohnungseigentumsbegründung.

"Vorläufiges Wohnungseigentum"

Einen Sonderfall stellt das sogenannte „vorläufige Wohnungseigentum“ dar. Dieses soll dem Alleineigentümer einer Liegenschaft die optimale Vorbereitung des Abverkaufes der einzelnen Objekte ermöglichen („Vorratsteilung“). Anstelle des Wohnungseigentumsvertrages tritt hier zunächst das Wohnungseigentumsstatut, das vom Alleineigentümer errichtet wird, in Kraft.

Regelungen im Statut, die für künftige Wohnungseigentümer Nachteile bringen könnten, sind unwirksam. Dazu gehören z.B. vom Gesetz abweichende Kostenverteilungsregeln oder benachteiligende Benützungsregelungen über allgemeine Hausteile. Sobald der erste Käufer eines Objektes im Grundbuch eingetragen wird, geht das „vorläufige Wohnungseigentum“ an sämtlichen Objekten der Liegenschaft in echtes Wohnungseigentum über.