Wohnungskauf und Scheidung: Anwälte im Zitat

Sprüche und Widersprüche

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veröffentlicht: 16.05.2000

Inhalt

Bei unseren Recherchen und Interviews gab es viele Aussagen von Anwälten, auf die wir im Heft aus Platzmangel verzichten mussten, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten. Manche Anwälte wollten namentlich nicht genannt werden.

Hier zu unserer Serie Umgang mit Rechtsanwälten


Tarife

„Rechtsanwälte und Notare konkurrenzieren sich nicht über den Preis“ - Dr. Alfred Feitsch
„Es ist unglaublich, wie sehr die Notare am Land mit dem Preis unten reingehen.“ - Dr. Günther Tews

„Vielleicht wollen sich die Anwälte beim ersten Gespräch deshalb nicht festlegen, weil sie trotz mehrfacher Belehrung nicht den Mut haben, zu Beginn einer Mandatsübernahme die Klienten auch über die Kosten aufklären. Dort, wo dies geschieht, gibt es eigentlich so gut wie keine Honorarbeschwerden.“ Dr. Anton Gradischnig, Präsident der Kärntner Rechtsanwaltskammer

Scheidung

„Der Großteil der Scheidungen beginnt strittig und endet einvernehmlich. Die eigentliche Scheidung ist nicht teuer. Teuer wird´s, wenn der Unterhalt strittig ist, wenn die Aufteilung des ehelichen Vermögens strittig ist oder das Sorgerecht.“ - Dr. Michael Stögerer
„Bei der Abrechnung nach Rechtsanwaltstarif ist eine Scheidung bei einem Vermögen von fünf Millionen Schilling sehr teuer. Da ist eine Pauschalregelung sicher sinnvoller.“ - Dr. Alfred Feitsch

Honorar für Wohnungskaufvertrag und Treuhand

„Zwei bis drei Prozent“ - Dr. Heimo Hofstätter

„Zwei bis drei Prozent sind üblich“ - Dr. Michael Stögerer

„Zwei bis vier Prozent“ - Fr. XY

„Drei Prozent der Kaufsumme, laut Rechtsanwaltstarif“ - Dr. Klaus Krebs

„Im Rechtsanwaltstarif soll das stehen? Da steht kein Prozentsatz.“ - ein Anwalt

„1,5 bis 2,5 Prozent der Kaufsumme - in Linz; ist ja normalerweise nicht so viel Arbeit, schließlich gibt es Textbausteine“ - Dr. Günther Tews

„Bei uns in Vorarlberg liegen die Sätze zwischen 0,8 und 1,2 Prozent. Drei bis vier Prozent sind Abzockerei.“ - Dr. Sepp Manhart, Präsident der Vorarlberger Rechtsanwaltskammer

Tempo: Dauer eines Prozesses

„Ich bin für rasche Prozesse. Aber es hängt viel vom Richter ab. Wenn der jung ist und Karriere machen will, dann geht es mit den Verfahren rascher.“ - Dr. Alfred Feitsch

„Für die Karriere der Richter ist es wichtig, viele Verfahren zu erledigen. Ein Vergleich geht schnell und zählt aber auch als erledigtes Verfahren. Wegen der Statistik gibt es auch vor Jahresende so viele - auch völlig sinnlose - Verhandlungen.“ - Dr. Christian Preschitz

 „Tempo kann gut sein, ist aber kein absoluter Gradmesser für gute anwaltliche Arbeit.“ - Dr. Michael Czinglar

Klientenseele

„Manche Klienten haben eine psychische Barriere, die Schreiben des Anwalts zu lesen. Begründung: `Ich habe mich vor den Kosten und Konsequenzen gefürchtet.´ Dr. Michael Ambrosch

Was kommt?

„Zu einem seriösen Anwalt gehört die Abschätzung des Verlaufs. Besonders, wo wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen.“ - Dr. Michael Czinglar

Mediation und Vergleich

„Wie schaffe ich es, durch ein ausgewogenes Ergebnis, dass die Lösung oder das Urteil in einem Prozess auch in den nächsten Jahren funktioniert?“ - Dr. Brigitte Birnbaum

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