KONSUMENT.AT - Wirtschaftsbegriffe: Geld - Fixierung des Geldwertes

Wirtschaftsbegriffe: Geld

Kein Wert an sich

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KONSUMENT 4/2016 veröffentlicht: 23.03.2016

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Volkswirtschaftliche Leistung

Was sind nun die bestimmenden Faktoren dafür, wie viel unser Geld wert ist? Der Wert von Euro, Dollar, Pfund, Franken usw. hängt in erster Linie von der gesamten Produktion, der Wertschöpfung und Leistungserstellung der jeweiligen Volkswirtschaft ab. Diese stützt durch ihre Leistungsfähigkeit den Wert „ihrer“ Banknoten. Bei uns ist dies der gesamte Euro-Raum, der den Wert des einzelnen Euro im Vergleich zu anderen ­Währungen – allen voran dem US-Dollar – bestimmt, wie sich zum Beispiel im Rahmen der Turbulenzen um Griechenland zeigte.

Staatsschulden, Zinshöhe

Dazu kommen als weitere Wertmaßstäbe ­einer Währung die jeweilige Staatsverschuldung (im Fall des Euro die Verschuldung im gesamten Euro-Raum), aber auch (geld-) ­politische Aktionen wie etwa Zinserhöhungen oder -senkungen, um den Konsum anzukurbeln bzw. zu bremsen; zudem äußere Faktoren wie Spekulation oder Wirtschaftssanktionen, die sich auf den Wert einer ­Währung auswirken können.

Währungsabwertung, importierte Inflation

Bis zu einem gewissen Grad lässt sich der Außenwert des Geldes durch geldpolitische Maßnahmen auch direkt steuern. Durch die Abwertung einer Währung sinkt der Wechselkurs gegenüber ausländischen Währungen, die Exportwirtschaft kann dadurch ­Waren im Ausland billiger anbieten. Umgekehrt werden Waren aus dem Ausland teurer – man spricht von importierter Inflation.

Vertrauensfrage und Inflation

Grundsätzlich spiegelt der Wert des Geldes das Vertrauen in die Wirtschaft des jeweiligen Staates wider. So vertrauen zum Beispiel die Menschen im Euro-Raum als Euro-Besitzer, Anleger, Investoren usw. darauf, dass dieser Euro jederzeit gegen Güter eingetauscht wird und dass sie auch in nächster Zeit die gleiche oder zumindest eine ähnliche ­Anzahl an Gütern für diesen bunten Papierschein oder die Zahl auf ihrem Kontoauszug erhalten.

Dass dies leider nur eine theoretische An­nahme ist, beweist die jährliche Geldentwertung, auch Inflation genannt: Sie führt dazu, dass man im Lauf der Zeit immer weniger Güter für die gleiche Menge Geldes erhält. Warum das so ist oder vielmehr sogar so sein muss, werden wir in einem der nächsten ­Artikel dieser losen Serie erläutern.

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