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Abführmittel

Oft unnötig

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Konsument 2/2001 veröffentlicht: 01.02.2001

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Glyzerin ist besser als Rizinus

Zur schnellen Entleerung eignen sich Mittel mit Glyzerin: zum Beispiel Zäpfchen von Sanova oder Rösch oder Mittel mit salinischen Stoffen (wie Clysmol, F.X.-Sprudelsalz, Relaxy) sowie Mittel, die Kohlensäure entwickeln (wie Lecicarbon Zäpfchen, Mikroklist). Das altbekannte Rizinusöl ist eine sehr drastische Maßnahme und gilt wegen starker Hautreaktionen und Schädigung der Darmschleimhaut heute als überholt – ebenso das gefährliche Paraffinöl.

Abführmittel, die die Darmtätigkeit anregen, sollen nicht täglich eingenommen werden, denn nach gründlicher Stuhlentleerung ist am folgenden Tag ohnehin kein Stuhl zu erwarten. Wichtig ist das Absetzen auch, um zu testen, ob überhaupt ein Abführmittel gebraucht wird. Manche Packungsgrößen suggerieren eher das Gegenteil: Packungen zu 80 Stück wie bei Abführdragees Waldheim sind absurd, wenn ein Mittel – wie es im Beipackzettel heißt – „ohne ärztliche Anordnung maximal 1 – 2 Wochen lang“ angewendet werden soll. Die Packungen sind bei vielen Präparaten zu groß angelegt, wie etwa Agaffin Abführgel: 500 ml, Agiolax Granulat: 1000 Gramm, Pursennid 12 mg: 40 und 100 Stück. In vielen Fällen fehlt auf dem Beipackzettel der Hinweis, dass Abführmittel nicht länger als vierzehn Tage eingenommen werden sollen. Bei Agiolax fehlt sogar der Beipackzettel selbst und damit auch jeder Hinweis über Einnahme, Dosierung und Risiken. Nur bei angemessener Behandlung sind Laxantien sichere Arzneimittel, allerdings muss die Notwendigkeit der Behandlung immer wieder überprüft werden.