KONSUMENT.AT - Abführmittel - Abführend wirkende Stoffe

Abführmittel

Oft unnötig

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Konsument 2/2001 veröffentlicht: 01.02.2001

Inhalt

Gleit-, Füll- und Quellmittel wie Leinsamen, Flohsamen, Kleien, Agar-Agar, Methylcellulose vergrößern das Stuhlvolumen, was die Darmbewegung anregt – aber nur, wenn ausreichend getrunken wird. Schleimstoffe mancher pflanzlichen Mittel fördern die Gleitwirkung.

Die Darmbewegung anregende Mittel fördern darüber hinaus die Aufnahme von Wasser in den Darm. Dazu gehören synthetische Stoffe wie Bisacodyl und Natriumpicosulfat sowie Pflanzendrogen (Sennesblätter und -früchte, Faulbaumrinde, Aloe, Rhabarberwurzel. Diese enthalten Anthranoide – Stoffe, die im Verdacht stehen, das Erbgut zu verändern).

Osmotische Laxantien halten Wasser im Stuhl zurück, sodass weichere Stühle entstehen: Salze (wie Bittersalz, Glaubersalz) oder zuckerähnliche Stoffe, die der Körper nicht aufnimmt (wie Sorbit, Lactose u.a.).

Entleerungsmittel lösen den Reflex zum Stuhlabsetzen aus und werden als Zäpfchen und Miniklistiere, im Not- fall auch bei Kindern, eingesetzt: Glycerin und Sorbitol.

Wirkung: Abführmittel wirken nach etwa 8 Stunden, salinische Zubereitungen mit Rizinusöl nach 2 – 4 Stunden, Miniklistiere nach 5 – 15 Minuten. Bei längerem Gebrauch lässt die Wirkung nach.

Warnung vor chronischem Gebrauch: Alle Abführmittel – Füllmittel ausgenommen – führen bei längerfristigen Anwendung zu Störungen im Wasserhaushalt. Der Darm wird schlaff, Kaliumverlust kann außerdem die Wirkung von Herzmitteln (-glykosiden) in lebensbedrohlichem Ausmaß verstärken.