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Ärzte-Test: Wartezeit bei Facharztterminen

Kurz und schmerzlos

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Konsument 2/2008 veröffentlicht: 16.01.2008

Inhalt

Wartezeit auf einen Facharzttermin: Testkriterien

90 Ärzte im Test. Es wurden insgesamt 90 Fachärzte in ganz Österreich aus den Bereichen Augenheilkunde und Optometrie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Haut- und Geschlechtskrankheiten, Innere Medizin, Orthopädie und orthopädische Chirurgie, Urologie, Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Kinder- und Jugendheilkunde getestet. Pro Fachbereich wurden 10 Ärzte mittels Zufallsgenerator ausgewählt, wobei in Wien jeweils zwei Ärzte pro Fachgruppe und ein Arzt in jedem Bundesland ausgewählt wurden.

Testpersonen

Der Test wurde von zwei Personen ausgeführt, eine davon 28 Jahre und weiblich, die zweite 21 Jahre und männlich. Der männliche Tester gab sich als krankenkassenversichert, die weibliche Testerin als privatversichert aus. Ausnahme war der Fachbereich Gynäkologie und Geburtshilfe, wo zwei weibliche Testpersonen eingesetzt wurden.

Akut, aber kein Notfall

Die Ordinationen aus jeder Fachgruppe wurden mit jeweils derselben Krankengeschichte und akuten Anamnese konfrontiert. Die Krankengeschichten waren so konstruiert, dass sie einer möglichst baldigen Abklärung durch einen Facharzt bedurften, jedoch nicht so akut waren, dass eine Überweisung an ein Spital notwendig gewesen wäre.

Wartezeit 1 und Wartezeit 2

Der männliche Tester (Krankenkassenpatient) fragte immer zuerst um einen Termin an, der Anruf der Privatpatientin erfolgte kurze Zeit danach. Daraus ergab sich jeweils die Wartezeit 1. Wurde kein Termin für den Tag des Anrufs vergeben, fragten die Tester nach, ob ein früherer Termin (Wartezeit 2) möglich wäre.

Termine wurden abgesagt

Die Anrufe wurden größtenteils sofort hintereinander geführt. Die Termine wurden alle rechtzeitig wieder abgesagt. War es nicht möglich, die Ärzte rechtzeitig zu erreichen, wurde der Grund dokumentiert.

Bewertung

Die Wartezeiten wurden wie folgt bewertet:

Sehr gut: 0 bis 2 Tage

Gut: 3 bis 4 Tage

Durchschnittlich: 5 bis 6 Tage

Weniger zufriedenstellend: 7 Tage

Nicht zufriedenstellend: > 7 Tage

Ordinationsfreie Tage

Erfolgte der Anruf unmittelbar vor einem oder mehreren ordinationsfreien Tagen (z.B. Wochenenden und Feiertage) und wurde ein Termin am ersten Arbeitstag nach dem(n) ordinationsfreien Tag(en) vergeben, wurden diese nicht dazugezählt.

Wurde der Termin allerdings nicht am ersten Arbeitstag nach den ordinationsfreien Tagen vergeben, wurden die ordinationsfreien Tage als Wartezeit bewertet, da die Beschwerden des Patienten offenbar nicht ernst genommen und nicht als schnell abklärungsbedürftig eingestuft wurden.

Verweis an Spital oder Ambulanz

Wurde der Patient an ein Spital oder eine Ambulanz verwiesen, wurde eine Abwertung der Benotung auf „nicht zufriedenstellend“ vorgenommen. In vielen Spitälern (z.B. AKH Wien) wird zum Aufsuchen einer Ambulanz eine Überweisung eines niedergelassenen Facharztes benötigt.

Verweis an anderen Arzt

Wenn ein Kollege empfohlen wurde, erfolgte eine Abwertung auf „weniger zufriedenstellend“, da die Versorgung beim angerufenen Facharzt nicht gegeben war, jedoch immerhin eine Behandlungsoption aufgezeigt wurde.

Abwertung

War die Wartezeit 2 besser als die Wartezeit 1, kam es zu einer Abwertung der Wartezeit um eine halbe Note, da der Arzt immer den schnellstmöglichen Termin vergeben sollte.

Nicht erreichbare Ärzte

Über die Ärzte, die nicht erreicht worden sind, wurden Informationen bei der Österreichischen Ärztekammer eingeholt – alle betroffenen Ärzte führen nach wie vor eine Ordination, die Kontaktdaten erwiesen sich als korrekt.

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
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