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Ärztetest: Biofeedbacktherapie

Die Kraft der Vorstellung

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Konsument 4/2006 veröffentlicht: 26.03.2006

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So wirkt Biofeedback

Biofeedback kommt inzwischen bei zahlreichen Indikationen zur Anwendung. In einem ersten Schritt wird der Arzt oder Therapeut die Ausgangssituation abklären und entscheiden, ob Biofeedback als alleinige Methode nützen kann oder ergänzend zu einer anderen Behandlungsform, zum Beispiel mit Medikamenten, eingesetzt werden soll. Die Zusammenhänge zwischen den Beschwerden und den sie auslösenden Körperfunktionen werden erklärt. Die Übungen werden in bequemer, leichter Kleidung im Sitzen oder Liegen durchgeführt. Ein oder mehrere Sensoren werden an der entsprechenden Körperstelle befestigt und mit dem Biofeedback-Gerät verbunden.

Migräne: Sensor auf Schläfenarterie

Bei Migräne wird der Sensor beispielsweise über der Schläfenarterie fixiert. Als Biosignal dient die an dieser Arterie gemessene Durchblutung. Als Rückmeldesignal wird dem Patienten ein Kreis auf dem Bildschirm vorgegeben. Durch Gedanken, Gefühle und Stimmungen kann Ëder Übende eine Änderung der Gefäßweite und damit eine Veränderung der Durchblutung erreichen. Wie gut es ihm gelingt, den Durchmesser der Arterie willentlich zu vergrößern, zeigt der Ring auf dem Bildschirm, der sich den gemessenen Werten entsprechend verändert.

Biofeedback: Spannung zeigen, Entspannung fördern

Bei Blasenschwäche werden die Sensoren im Bereich der Beckenbodenmuskeln angelegt, deren Anspannung der Bildschirm anhand einer Kurve wiedergibt. Durch die sichtbaren Veränderungen lernen Patienten, die Funktion dieser Muskulatur zu stärken. Für die Beeinflussung von Stress werden dem Patienten über Kopfhörer angenehme Musik und Anleitungen zur Entspannung
vorgespielt. Gleichzeitig wird anhand von Farbmustern der Spannungszustand und dessen Veränderung angezeigt.

Den Weg zum Ziel erlernen

Erreicht der Übende den jeweiligen Zielzustand, kommt es darauf an, sich das damit verbundene Erleben so weit einzuprägen, dass es bei Bedarf willentlich abgerufen werden kann. Die erste Biofeedback-Sitzung dauert etwa eine Stunde, weitere Sitzungen zu 45 Minuten werden meist im Wochenabstand durchgeführt. Die Anzahl der Behandlungseinheiten hängt von der Art der Beschwerden und der individuellen Reaktion ab. Meist werden Serien von vier bis zehn Sitzungen angeboten, in manchen Fällen sind weitere Übungsserien nötig.

Manche lernen es nie

Es gibt auch Menschen, die Biofeedback nicht erlernen können. Ob jemand auf Biofeedback anspricht, klärt sich nach etwa sechs Sitzungen. Häufig werden Patienten dazu angehalten, Protokoll zu führen und auch zu Hause zu üben. Dazu kann ein tragbares Gerät benutzt werden. Den meisten Übenden gelingt aber bald eine Kontrolle ohne die Hilfe eines Apparats. In jedem Fall müssen die Patienten aktiv mitarbeiten.

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