Allergien

Der Feind in meinem Bett

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Konsument 10/2003 veröffentlicht: 26.09.2003

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Kokosfaser oder Schaumgummi

Falls Sie gerade neue Matratzen anschaffen wollen: Einer neueren Studie zufolge sind solche aus Kokosfaser oder Schaumgummi vorzuziehen, weil sie im Vergleich zu Matratzen aus sonstigen Kunstfasern und auch Kapok (Rosshaar) weniger von Milben besiedelt werden. Matratzen haben oft abzippbare Bezüge, die man in die Waschmaschine oder Putzerei geben kann.

Als Allergenschutz ist das aber zu wenig, weil diese normalen Bezüge die Kotballen der in der Matratze sitzenden Milben immer wieder durchlassen. Verhindern lässt sich das nur mit ganz speziellen Umhüllungen, so genannten Encasings. Erst über diese kommen dann Leintuch und Bettwäsche. Wenn mehrere Personen in einem Raum schlafen, müssten sämtliche Betten damit ausgestattet werden.

Encasings selbst bezahlen

Im Unterschied zu Deutschland bezahlen die Krankenkassen in Österreich Encasings nicht. Mit einer Ausnahme: Die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse übernimmt die Kosten für den Matratzenüberzug. Sie sieht das nicht nur als patientenorientierte Präventivmethode, sondern auch als gesicherte Indikation: Eine (interne) Kosten-Nutzen-Betrachtung hat ergeben, dass der Kortisonverbrauch bei fortgeschrittener Allergie (Asthma) höher käme als die Ausgaben für solche Encasings.

Unterstützende Maßnahmen

  • Luftfeuchtigkeit senken : Milben fühlen sich bei Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 65 bis 80 Prozent am wohlsten. Achten Sie darauf, dass die Luftfeuchtigkeit bei etwa 50 Prozent liegt (mit einem Hygrometer prüfen), und vermeiden Sie alles, was sie erhöht – zumindest im Schlafbereich: Luftbefeuchter, Verdunstungsschalen, Wäsche am Wäscheständer.
  • Besser glatte Böden: Auf glatten Fußböden (Parkett, Laminat, Kork) können sich Milben nicht festhalten. Wenn Sie auf einen Spannteppich nicht verzichten wollen, dann wäre eine Fußbodenheizung günstig. Wird es den Milben zu heiß, flüchten sie vom Teppichgrund nach oben zum Flor. Von da kann man sie leichter absaugen.
  • Entfernen Sie alle Staubfänger , vor allem Plüschgegenstände, Teppiche und eventuell auch die Vorhänge.
  • Regelmäßig Staub wischen (feucht oder mit Spezialstaubtüchern) und saugen. Wenn möglich, sollte das der Allergiker nicht selbst tun. Luftreinigungsgeräte sind o.k., häufiges, kräftiges Lüften bringt aber denselben Effekt..
  • Kalt-warm für Kuscheltiere: Kuscheltiere Ihrer Kinder sollten ebenfalls regelmäßig in die Waschmaschine oder in die Tiefkühltruhe (Milben überleben weder große Hitze noch Minusgrade).

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