KONSUMENT.AT - Allergien - Spezifische Immuntherapie

Allergien

Neue Waffen gegen rinnende Nasen

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Konsument 3/2009 veröffentlicht: 16.02.2009

Inhalt

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO ist die Spezifische Immuntherapie die einzige Behandlungsmethode, die auf die Ursache von allergischen Erkrankungen einwirkt. Gute Erfolge erzielt man bei einer Allergie auf Bienen- und Wespengift sowie bei einer Empfindlichkeit auf Pollen und Hausstaubmilbenallergene, wenn diese allergischen Schnupfen hervorrufen. Schlechtere Erfahrung hat man bei Tierhaarallergikern und Asthmapatienten gemacht. Im Normalfall werden bei dieser, auch Hyposensibilisierung genannten Therapie, sehr geringe Mengen des Allergens unter die Haut gespritzt – zunächst einmal pro Woche, später in größeren Abständen. Die Dosierung wird allmählich gesteigert, damit der Körper nach und nach unempfindlicher gegen die Substanz wird. Oft kommt es schon nach ­einem Jahr zu einer fühlbaren Verbesserung der Symptome und zu einem geringeren Medikamentenbedarf. Da jede Spritze die Gefahr einer verstärkten Reaktion bis hin zum anaphylaktischen Schock birgt, muss der Patient noch für 30 Minuten in der Arztordination bleiben und sollte körperliche Anstrengung am Behandlungstag vermeiden, um den Kreislauf nicht zusätzlich zu belasten.

Prof. Aberer:
Entscheidend für den Erfolg einer Spezifischen Immuntherapie sind eine exakte Diagnose, die Entscheidung für das ­ideale Produkt für die jeweilige Person, eine ­gute Kooperation zwischen Arzt und ­Patient sowie nicht zuletzt Geduld, denn die ­Behandlung sollte sich mindestens über drei Jahre erstrecken.

Sublinguale Immuntherapie und Gräsertablette

Eine neue, patientenfreundlichere Alternative bietet die Hyposensibilisierung in Form von Tropfen, Schmelztabletten oder Sprays, die drei Jahre lang einmal täglich eingenommen werden müssen. Wenn überhaupt Nebenwirkungen auftreten, so sind diese meist auf Zungen- und Gaumenjucken sowie leichte Schleimhautschwellungen beschränkt. Die Wirksamkeit der Sublingualen Immuntherapie bei durch Pollen und Hausstaubmilben verursachtem allergischen Schnupfen ist nachgewiesen. Langzeiterfahrungen fehlen aber noch. Alles in allem erachten Mediziner diese ­Behandlungsform nicht als gleichwertig mit der Spritzentherapie. Positiver beur­- teilen Fachleute die seit Ende 2006 für ­erwachsene Gräserpollenallergiker zur Verfügung stehende sogenannte Gräsertablette, da sie höher dosiert ist als die Tropfen. Bald könnte es ähnliche Tabletten auch gegen eine Allergie auf Hausstaubmilben, Birke- und Ragweedpollen geben. Die Zulassung einer Tablettenbehandlung für Kinder mit Gräserpollenallergie ist soeben erfolgt.

Prof. Aberer:
Die Sublinguale Immuntherapie ist ­wesentlich patientenfreundlicher als die Injektionsbehandlung. Sie erspart die zeitaufwendigen Arztbesuche und die damit verbundenen lästigen Spritzen. Die Wirksamkeit bei der Gräserallergie scheint kurzfristig gut und vergleichbar mit der Injektionsbehandlung. Lang­zeitergebnisse stehen naturgemäß noch aus.

Begleitende Maßnahmen wie die Atem­therapie, die Psychotherapie und verschiedene Entspannungsmethoden können sich bei allergischen Erkrankungen durchaus als sinnvoll erweisen, eventuell senken sie sogar den Arzneimittelbedarf. Diese Verfahren können jedoch die von Ärzten empfohlene Therapie nicht ersetzen, sondern nur ergänzen

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