KONSUMENT.AT - Alzheimer - Öffentlich pinkeln

Alzheimer

Weg ins Vergessen

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KONSUMENT 8/2015 veröffentlicht: 30.07.2015

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Krankheitseinsicht kommt abhanden

Peinlich und unangenehm wird es für Angehörige, wenn der Betroffene sich anschickt, alle Scheu abzulegen. Er beginnt dann in der Öffentlichkeit zu pinkeln oder sexuell anzüglich zu werden. Dies ist jenes Stadium, da er vergisst, dass er vergesslich ist, da ihm jegliche Krankheitseinsicht abhanden gekommen ist. Jetzt zählt kein Verhaltenskodex mehr, jetzt zählen nur noch seine unmittelbaren Bedürfnisse.

Hochgefühl der Freiheit

Wenn man so möchte, erlebt der Betroffene ein Hochgefühl der Freiheit. Am Ende verliert der Kranke die Fähig­keit, Blase und Darm zu kontrollieren. Er wird bettlägerig. Der Kranke stirbt an Entkräftung und Auszehrung, öfters erliegt er schon vorher einer Lungenentzündung.

Über wie viele Jahre erstreckt sich eine Alzheimererkrankung? Das ist von Fall zu Fall verschieden. Normalerweise über acht bis zehn Jahre, in Einzelfällen aber auch über zwanzig. Wobei die Mediziner heute davon ausgehen, dass der Abbauprozess schon fünfundzwanzig bis dreißig Jahre bevor die ersten Symptome manifest werden einsetzt.

Computer stürzt ab, Mensch kompensiert

Der Mensch unterscheidet sich eben von ­einem Computer. Dieser stürzt sofort ab. Dagegen kann das menschliche Hirn auch bei Ausfall einzelner Teilbereiche seine Arbeit offensichtlich noch längere Zeit verrichten.

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