KONSUMENT.AT - Ambulanzen: Oft überfüllt - Patienten haben falsche Vorstellungen

Ambulanzen: Oft überfüllt

Nur für Notfälle

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KONSUMENT 1/2014 veröffentlicht: 02.01.2014

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Das Ergebnis: Es lag kein Notfall vor

Die ärztliche Direktion des Landesklinikums weist in einer Stellungnahme an die Patientenanwaltschaft darauf hin, dass die Aufgabe der Ambulanz in der Behandlung von Notfällen besteht, im aktuellen Fall aber kein Notfall vorgelegen habe. Der Patient habe nicht unter starken Schmerzen, sondern lediglich unter einem Kratzgefühl gelitten. Obwohl in Notfallambulanzen keine gewöhnliche ambulante Betreuung erfolge, würden sie in der Bevölkerung zunehmend als Ordinationen wahrgenommen. Das Bewusstsein für ihre ursprüngliche Bedeutung gehe verloren. Als Folge komme es in vielen Spitälern zur Überlastung der Notfallambulanzen. Die Patientenanwaltschaft folgt der Argumentation der Spitalsdirektion und kann keine Verfehlung erkennen.

Fazit: falsche Vorstellungen über Aufgaben der Ambulanzen

Für die Patientenanwaltschaft Niederösterreich zeigen Fälle wie der oben beschriebene strukturelle Defizite und Fehlversorgungen im niedergelassenen Bereich auf. Folge sind unter anderem überfüllte Spitalsambulanzen. Verantwortlich dafür sind aber auch falsche Vorstellungen in der Bevölkerung über die Aufgaben der Ambulanzen. Darüber hinaus offenbare sich darin ein Scheitern des derzeitigen Systems der niedergelassenen Ärzte.

Lösung: mehr Gemeinschaftspraxen

Die Patientenanwaltschaft sieht die Lösung in Gemeinschaftspraxen, die sich durch ein umfassendes fachliches Angebot (ärztlich, pharmazeutisch, pflegerisch, physiotherapeutisch) auszeichnen. Derartige Gemeinschaftspraxen sollten die Einzelordinationen schrittweise ersetzen. Zudem müssten die Öffnungszeiten zu den Tagesrandzeiten und am Wochenende massiv ausgeweitet werden.

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