KONSUMENT.AT - Depressionen - Phasen vor dem Suizid

Depressionen

Den Hilfeschrei erkennen

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Konsument 1/2010 veröffentlicht: 03.12.2009

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Phasen vor dem Suizid

Vor etwa 50 Jahren hat Erwin Ringel in Wien das präsuizidale Syndrom beschrieben. Es besteht seiner Ansicht nach aus folgenden drei Phasen:

1. Einengung. Der Blickwinkel des Betroffenen ist hoffnungslos eingeengt. Was ihm früher Freude gemacht hat, ist ihm nun gleichgültig. Seine Gefühle bewegen sich in eine einzige Richtung, in Richtung Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit – und Selbstzerstörung.

2. Gehemmte, gegen die eigene Person gerichtete Aggression. Der Betroffene hat, bildlich gesprochen, bisher alles in sich hineingefressen bzw. alles geschluckt. Da ist mit der Zeit einiges zusammengekommen, und das staut sich nun in seinem Inneren. Der Druck muss abgelassen werden. Die Aggression richtet sich allerdings nicht gegen andere, sondern gegen die eigene Person.

3. Suizidphantasien. Am Anfang steht der Gedanke: Wie schön wäre es doch, einfach tot zu sein. Im nächsten Schritt stellt der Betreffende Überlegungen an, wie das bewerkstelligt werden könnte. Er erwägt bestimmte Suizidmethoden und fasst unter Umständen einen bestimmten Termin ins Auge. In dieser Phase erscheint er oft ruhig und abgeklärt, sodass die Umgebung das Gefühl hat, seine Depression habe sich gebessert. Dabei ist er sich nun seines letzten Schrittes ganz sicher.

Die Phasen des präsuizidalen Syndroms können innerhalb von Stunden oder auch Wochen und Monaten durchschritten werden. Angehörige und Freunde sollten aufmerksam sein, nicht aber denken, sie könnten selbst die Therapie übernehmen. Schwere Depressionen gehören in die Hand von Fachleuten!

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Kommentare

  • Suizid ankündigen
    von DanDocPeppy am 17.12.2009 um 22:31
    Der erste Punkte der "Mythen um den Suizid" ist schlichtweg verwirrend, weil FALSCH und RICHTIG hier nicht korrekt gegenübergestellt werden. Denn auch wenn 8 von 10 Selbstmördern diesen vorher angekündigt haben, haben vermutlich 9 von 10 Ankündern diesen niemals vollendet. Verstehen Sie diesen Widerspruch in Ihrer Aussage? Sie stellen hier Äpfel und Birnen gegenüber. Wenn nämlich die Falschthese lauten soll: "Wer vom Selbstmord spricht wird ihn nicht begehen", dann muss die richtige These darauf lauten, daß z.B. x% der Selbsmordandroher diesen später auch vollenden.