KONSUMENT.AT - Depressionen - Mythen rund um den Suizid

Depressionen

Den Hilfeschrei erkennen

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Konsument 1/2010 veröffentlicht: 03.12.2009

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Depressionen: Mythen rund um den Suizid

Über den Suizid von Depressiven halten sich hartnäckig einige falsche Vorstellungen. Die Diplompsychologin Ursula Nuber fasst sie zusammen:

  • Falsch: Wer vom Selbstmord redet, wird ihn nicht begehen.
    Richtig: Acht von zehn Selbstmördern haben vorher unmissverständlich über ihre Absichten gesprochen.
  • Falsch: Selbstmord geschieht ohne Vorzeichen.
    Richtig: Menschen, die sich selbst töten wollen, geben vorher deutliche Signale.
  • Falsch: Wer sich selbst töten will, möchte auf keinen Fall mehr leben.
    Richtig: Der Selbsttötungsversuch ist meist ein Hilferuf an die Mitmenschen. Er soll zeigen: Ich will zwar leben, aber nicht so.
  • Falsch: Wenn sich nach einer Selbstmordkrise eine Besserung zeigt, dann besteht keine Gefahr mehr.
    Richtig: Die meisten Selbstmorde geschehen in den drei Monaten nach beginnender „Besserung“, wenn ein Mensch die Energie gewonnen hat, den Selbstmord auszuführen. Das ist manchmal der Fall, wenn ein Depressiver mithilfe von Medikamenten aus seiner völligen Erstarrung herausgeholt wird. Vor der Behandlung hätte er nicht die Kraft und die Energie gehabt, sich selbst zu töten.

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Kommentare

  • Suizid ankündigen
    von DanDocPeppy am 17.12.2009 um 22:31
    Der erste Punkte der "Mythen um den Suizid" ist schlichtweg verwirrend, weil FALSCH und RICHTIG hier nicht korrekt gegenübergestellt werden. Denn auch wenn 8 von 10 Selbstmördern diesen vorher angekündigt haben, haben vermutlich 9 von 10 Ankündern diesen niemals vollendet. Verstehen Sie diesen Widerspruch in Ihrer Aussage? Sie stellen hier Äpfel und Birnen gegenüber. Wenn nämlich die Falschthese lauten soll: "Wer vom Selbstmord spricht wird ihn nicht begehen", dann muss die richtige These darauf lauten, daß z.B. x% der Selbsmordandroher diesen später auch vollenden.