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Erkältungsmittel im Test

Attacke!

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Konsument 2/2008 veröffentlicht: 16.01.2008

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47 rezeptfreie Präparate im Test

Wir haben 47 in Österreich rezeptfrei erhältliche Arzneipräparate für die Indikationen Erkältung, grippale Infekte, Fiebersenkung und Schmerzlinderung bewertet. Davon gehören 38 zur Gruppe der Phytopharmaka und 9 zu den Kombinationspräparaten mit den synthetischen Wirkstoffen Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol sowie Vitamin C und anderen Substanzen.

Präparate auf pflanzlicher Basis

Echinacea wird eine Steigerung der körpereigenen Abwehrkräfte durch Stimulierung des unspezifischen Immunsystems zugeschrieben. Derartige Immunstimulanzien bewerten wir als mit Einschränkung geeignet, da die bislang vorliegenden Studien nicht ausreichen, um die therapeutische Wirksamkeit abschließend zu belegen. Kombinationspräparate wie Esberitox werden als wenig geeignet zur Behandlung von Atemwegsinfekten beurteilt, weil die therapeutische Wirksamkeit der Einzelwirkstoffe und der Kombination nicht ausreichend nachgewiesen ist.

Kein Einfluss auf den Krankheitsverlauf

Inhalationslösungen und Einreibemittel enthalten ätherische Öle, deren flüchtige Kohlenwasserstoffkomponenten die Aktivität der Flimmerhärchen in der Nasen- und Bronchialschleimhaut anregen und die Atmung bei Schnupfen und Husten erleichtern. Allerdings nehmen diese Präparate sonst keinen Einfluss auf den Verlauf von Erkältungskrankheiten und grippalen Infekten. Präparate mit bis zu drei Wirkstoffkomponenten bewerten wir als mit Einschränkung geeignet, Präparate mit mehr Wirkstoffkomponenten als wenig geeignet. Die Kombination von vier und mehr ätherischen Ölen lässt keinen therapeutischen Mehrwert erwarten. Asthmatiker sollten ätherische Öle nicht anwenden, da durch diese Asthmaattacken ausgelöst werden können. Für Säuglinge und Kleinkinder sind menthol- und kampferfreie Präparate vorzuziehen.

Schmerzlindernde Mittel

Ascorbisal Tabletten, Ascorbisal Brausetabletten und Aspirin C Brausetabletten enthalten ASS in unterschiedlichen Konzentrationen und Beigaben an Vitamin C. ASS-Präparate sind sinnvoll, wenn bei der Behandlung von Erkältungskrankheiten eine schmerzlindernde, fiebersenkende oder entzündungshemmende Wirkung erwünscht ist. Vitamin C hat dabei keinen therapeutischen Einfluss. Derartige Präparate bewerten wir als auch geeignet bei Fieber und Kopfschmerzen, ebenso Paracetamolpräparate. Diese gelten im Vergleich zu ASS als besser magenverträglich, wirken jedoch  nicht entzündungshemmend. Personen mit Leber- und Nierenfunktionsstörungen sollten allerdings keine Paracetamolpräparate einnehmen.

Nicht sinnvolle Kombinationspräparate

Mit wenig geeignet beurteilen wir – aufgrund einer nicht sinnvollen Wirkstoffkombination aus ASS und Pseudoephedrin – das Präparat Aspirin Complex. Es enthält auch einen Wirkstoff gegen Schnupfen. Bei gleichzeitigem Schnupfen sind lokal abschwellende Nasentropfen vorzuziehen. Ähnliches gilt für Grippostad C Kapseln. Diese enthalten ASS, Paracetamol, Vitamin C, Koffein und das Anthistaminikum Chlorphenamin. Die Kombination von ASS und Paracetamol ist therapeutisch nicht sinnvoll. Koffein kann bei der Einnahme am Abend zu Schlafstörungen führen. Die Anwendung von Antihistaminika ist nur bei allergischem Schnupfen, nicht aber bei viralem Erkältungsschnupfen sinnvoll. Ebenfalls keine sinnvollen Wirkstoffkombinationen weisen die Präparate Iromin Chinin C Kapseln und Thomapyrin mit Vitamin C Brausetabletten auf.

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