KONSUMENT.AT - Geburtenkliniken - Sonderklasse – aus eigener Kasse oder versichert?

Geburtenkliniken

Sanfte Ankunft

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Konsument 10/2005 veröffentlicht: 14.09.2005, aktualisiert: 14.10.2005

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Sonderklasse – aus eigener Kasse oder versichert?

Schönere Zimmer, besseres Essen:  Gerade bei einer Geburt wird oft die Unterbringung auf Sonderklasse erwogen. Auf die medizinische Betreuung sollte das keine unmittelbare Auswirkung haben, denn diese ist kraft des Gesetzes für alle Patientinnen in gleicher Weise zu erbringen. Dafür ist ein höheres Maß an Komfort und Intimität gewährleistet: Üblich sind Ein- bis Zweibettzimmer und je nach Spital das eine oder andere Zusatzangebot wie etwa größere Menüauswahl, kostenlose Tageszeitung, integriertes Badezimmer, ausgedehntere Besuchszeiten ...

Und vielleicht fällt auch das Lächeln des medizinischen und pflegerischen Personals „auf Klasse“ gelegentlich um eine Spur breiter aus, denn: Von Privatpatientinnen haben alle etwas. Der Zusatzbetrag wird nach einem im Haus festgelegten Schlüssel auf das Spital und das Personal aufgeteilt – vom Primar über die Ärzte bis - im Idealfall - zu den Pflegekräften. Fairerweise sei allerdings betont, dass unsere Testerin auch als Nicht-Privat-Versicherte bis auf wenige Ausnahmen sehr zuvorkommend und freundlich informiert wurde.

Versicherung oder privat bezahlen:  Für Patientinnen, die auf Klasse liegen möchten, stellt sich die Frage, ob sie dafür eine private Krankenversicherung abschließen oder die paar Tage (Tagessätze siehe Internet) aus eigener Tasche bezahlen. Um eine ungefähre Vorstellung von den anfallenden Kosten zu geben hier zwei Beispiele: Im Krankenhaus Feldkirch kostet eine Geburt auf Sonderklasse rund 2500 Euro (unter der Voraussetzung, dass sie relativ komplikationsfrei verläuft, denn für jede weitere Leistung fallen zusätzliche Kosten an). In Wien-Döbling sind Geburten mit zirka 4500 Euro pauschaliert – dafür fallen keine zusätzlichen Kosten an.  Aber Achtung: Nur für eine Entbindung eine derartige Versicherung abzuschließen muss nicht unbedingt günstiger sein als Barzahlung.

Achtung bei privat in öffentlich:  Bei öffentlichen Spitälern und Zahlung aus eigener Tasche sollten Sie dafür beachten: Sobald Sie privat auf ein besseres Zimmer aufzahlen, sind laut Gesetz auch alle medizinischen Leistungen privat abzugelten. Handelt es sich um ein Sonderklasse-Zweibettzimmer, sind diese Kosten in einer Sonderklasse-Honorarordnung vorgegeben. Für das Einbettzimmer können die Tarife jedoch frei festgelegt werden!

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