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Hormone für Männer

Zum Jungsein verdammt

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Konsument 2/2000 veröffentlicht: 01.02.2000

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Noch zu wenig erforscht

Die Langzeitwirkung von Hormongaben bei Männern ist noch weitgehend unbekannt. Trotzdem plädiert der Gynäkologe und Endokrinologe Prof. DDr. Johannes Huber für eine Gabe nach Bedarf: „Ausschlaggebend ist nicht der Hormonstatus, sondern das subjektive Empfinden. Voraussetzung einer Hormontherapie ist, dass ein Problem besteht, dass es zugeordnet werden kann, und dass ein Erfolg eintritt. Wenn der Mann dann sagt, ich fühle mich wie neugeboren, ist die Behandlung mit Hormonen gerechtfertigt.“ Eine Gefahr will er nicht sehen: „Wichtig ist, nicht synthetisches Testosteron zu verabreichen, sondern physiologisches. Wird es niedrig dosiert, dann bleiben die Keimdrüsen aktiv.“ Medizin sei, so der Universitätsprofessor, eine „unsolide Wissenschaft“, man müsse in gewissen Bereichen probieren. „Es ist einen Versuch wert“. Werden Männer nun zu Versuchskaninchen, wie Frauen zu Beginn der Hormonära? Seit Frauen Hormone erhalten, ist die Zahl der Brustkrebserkrankungen stetig angestiegen. Der „Wiener Männergesundheitsbericht“ 1999 hält warnend fest: „Die Benefits einer … Substitutionstherapie bedürfen … noch einer genaueren Untersuchung, … vor allem in Langzeitstudien.“

Dr. Heinrich Mossig

Dr. Heinrich Mossig, Urologe und Androloge in Wien:
„Nur kranke Patienten, die tatsächlich Hormonmangel haben und es wirklich benötigen, sollten eine Hormontherapie unter entsprechender ärztlicher Kontrolle bekommen. Gesunde Männer können sich Vitalität durch gezielte Verhaltensänderung erhalten – und warum sollte ein 60-Jähriger nicht auch einmal müde sein? Für die Beratung und Betreuung von Männern sind in Österreich – da es hier zu Lande keinen Facharzt für Andrologie gibt – seit jeher Urologen zuständig – und nicht Gynäkologen.“

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