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Impfungen

Riskanter Irrglaube

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Konsument 10/2001 veröffentlicht: 01.10.2001

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Impfkritiker verunsichern

Einige Sekten lehnen Impfungen ab, weil sie glauben, dass diese im Widerspruch zum Willen Gottes stehen. Fanatische Tierschützer verteufeln Impfstoffe, weil ein Teil davon aus tierischem Material erzeugt wird. Anthroposophen sinnieren, dass sich „mit dem Serum die Essenz dieses Tieres in die Gefühlsebene imprägniert“ und dadurch der Mensch „von Teilen seines Menschseins getrennt“ würde. Scientologen verbreiten aggressive Gegenpropaganda. Homöopathen sprechen sich gegen Impfschutz aus, weil ihrer Überzeugung nach das Immunsystem auf natürlichem Weg – also durch Infektionskrankheiten – am besten trainiert wird. Das ist bizarr, denn der Gründer der Lehre, Samuel Hahnemann, hat vor 200 Jahren die Pockenimpfung begrüßt.

Hahnemann war für Pockenimpfung

Erst sein Schüler Constantin Hering, der die Homöopathie in den USA etablierte, entwickelte Impfgegnerschaft. Allerdings starb damals in den Krankenhäusern noch jeder dritte Diphtheriekranke – auch in den Händen der Homöopathen. Trotzdem behaupten Homöopathie-Breviere bis heute, eine homöopathische Heilung und Prophylaxe sei möglich. Prof. Dr. Helmut Spreitzer vom Institut für Pharmazeutische Chemie in Wien hat in einem Dutzend Elternratgebern eine Fülle von weiteren Behauptungen gefunden.

Homöopathen lassen eigene Kinder impfen

Eine Umfrage unter deutschen Homöopathen ergab, dass jeder zweite Impfungen kritisiert und jeder vierte sie sogar strikt ablehnt. Eine Ausnahme machen sie allerdings, wenn es um die eigenen Kinder geht: 85 Prozent der Homöopathen lassen den eigenen Nachwuchs sicherheitshalber impfen.

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