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Impfungen

Riskanter Irrglaube

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Konsument 10/2001 veröffentlicht: 01.10.2001

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Mit falschen Daten

Fanatische Impfgegner machen Impfungen für alles und jedes verantwortlich: von Asthma über den Plötzlichen Kindstod bis zu Autismus und Legasthenie. Und sie behaupten, Impfungen legten den Grundstein für Sucht, Bulimie, Arthritis, Krebs, Multiple Sklerose, ja sogar AIDS. Sie entwerfen Horrorszenarien, interpretieren Statistiken falsch und scheuen nicht vor Datenfälschungen zurück. Nur eines von vielen Beispielen: „Nach Einführung der Impfungen sind viel mehr Menschen als zuvor an der Krankheit gestorben, zum Beispiel an Pocken und Diphterie“. Tatsächlich ist die Zahl der Diphterieerkrankungen durch die erste Impfkampagne bereits um das Hundertfache gesunken, und die Pocken sind seit 1977 – nach nur zehn Jahren Durchimpfung – weltweit ausgerottet.

Ängste der Eltern schüren

Das hindert die sektiererischen Anhänger des pensionierten deutschen Internisten Dr. Gerhard Buchwald nicht, hier zu Lande öffentliche Veranstaltungen zu organisieren, auf denen sie die Ängste der Eltern schüren. Sie hetzen sogar mit Flugblättern gegen verantwortungsvolle Kinderärzte, die diese Auftritte kritisieren und unterstellen ihnen, „absichtlich Leben und Gesundheit von Kindern aus Profitgründen zu schädigen."

Vernunft ist nötig

Eine kühle Nutzen-Risiko-Abwägung macht die Entscheidung leicht: Die Gefahr eines Impfschadens ist tausendmal geringer als die, durch die Krankheit zu Schaden zu kommen. Impfstoffe bestehen aus adaptierten, abgetöteten Erregern oder Erregerteilen, deshalb werden nicht wie bei natürlichen Krankheitserregern die aggressiven Eigenschaften übertragen. Mehrfachimpfungen bedeuten keine besondere Belastung.

Besondere Verantwortung der Hausärzte

Die Kinder müssen vor der Impfung untersucht werden, und für die Impfungen wird ein günstiger Zeitpunkt gewählt. „Eine besondere Verantwortung kommt da den Hausärzten zu“, meint Prof. Dr. Ingomar Mutz, „denn Eltern machen, was der Hausarzt sagt, auch wenn sie vorher anders informiert waren. Er sollte sich für die wohl überlegten Impfempfehlungen engagieren.“

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