KONSUMENT.AT - Infrarotkabinen - Infrarotkabinen

Infrarotkabinen

Heiße Luft

Seite 3 von 7

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 12/2002 veröffentlicht: 22.11.2002

Inhalt

Infrarot-A- und -B-Strahlen

Ein nennenswerter Anteil der bis in eine Tiefe von sechs Millimetern wirksamen, kurzwelligeren Infrarot-A- und B-Strahlen kommt dabei erst ab etwa 1000 Grad Celsius zu Stande, also bei weitaus höheren Temperaturen, als sie in den handelsüblichen Geräten für private Anwender auftreten. Diese Art der Strahlen hat jedoch im Hausgebrauch und in der Hand von Laien absolut nichts verloren, können doch bei unsachgemäßer Anwendung schwere Schäden entstehen. Dann drohen Überhitzung mit Wasser- und Salzverlusten sowie Kreislaufkollaps. 

Riskant für Laien

Besonders problematisch: Nur auf der Hautoberfläche signalisieren unsere Wärmerezeptoren ab einer Temperatur von 42 Grad Celsius „Stopp, zu heiß!“. Die Infrarot-A-Strahlung dringt tiefer ein, dann funktioniert dieses Warnsystem nicht. Auch die Augen sind in diesem Strahlungsbereich gefährdet. Arbeiter am Hochofen etwa oder Glasbläser tragen Schutzbrillen, weil die intensive Strahlung Grauen Star auslösen kann, auch Netzhautablösungen sind möglich. Im medizinischen Bereich wiederum werden aufwendig gefilterte Infrarot-A-Strahlen gezielt in der Behandlung mancher Krebsarten eingesetzt.

Weitgehend ungefährlich

Die gute Nachricht lautet: Die herkömmlichen Infrarotkabinen für den Privatgebrauch werden von Experten als weitgehend ungefährlich eingestuft; sie können also verwendet werden, sofern der Hausarzt keine Gründe feststellt, die gegen eine den ganzen Körper umfassende Wärmeanwendung sprechen.

Wirkungen wissenschaftlich nicht nachvollziehbar

Die schlechte Nachricht ist, dass die meisten der häufig versprochenen Wirkungen bislang wissenschaftlich nicht nachvollziehbar beziehungsweise aus seriöser medizinischer und physikalischer Sicht oft schlichtweg Humbug sind. Den Heilsanpreisungen der IR-Kabinen-Hersteller fehlt zur nötigen Seriosität meist jedwede Quellenangabe, oder sie beziehen sich auf Aussagen von hier zu Lande in der Fachwelt unbekannten fernöstlichen „Experten“.

Fazit

Wieweit die Investition in die etwa 2000 bis 6000 Euro teuren Kabinen lediglich zum Aufwärmen oder Wohlfühlen sinnvoll ist, muss wohl jeder mit seiner eigenen Brieftasche und seinen persönlichen Vorlieben ausmachen. Sicher aber ist: Entspannen in der Badewanne kommt billiger.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
91 Stimmen
Weiterlesen