Kinderwunsch

Wenn das Baby ausbleibt

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Konsument 7/2000 veröffentlicht: 01.07.2000

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„Babymacher“ als Retter

In den Medien erscheinen aber die Ärzte als Retter in der Not. Es hat sich die Meinung verbreitet, Ärzte könnten – mit außerkörperlicher Befruchtung (= IVF) – das Problem einfach beheben. Die Diskussion über den im Jänner neu installierten IVF-Fonds hat dieses Bild von den „Babymachern“ neuerdings aufpoliert: Der Fonds wird von Krankenkassen und vom Familienlastenausgleichsfonds gespeist, und er trägt 70 Prozent der Kosten für insgesamt vier medizinisch assistierte Befruchtungsversuche. Betroffene wissen nun, dass sich ihnen neue Chancen auf Kinder eröffnen, aber wenigen ist klar, dass die Behandlung Belastungen mit sich bringt und unter Umständen selbst wieder körperlichen, seelischen und Beziehungsstress erzeugt. Nicht in allen Fertilitätszentren ist die Betreuung einfühlsam.

Für die Ärzte schon Routine

Für die Ärzte sind die medizinischen Vorgänge längst Routine, und sie verfeinern ihre Technik laufend. So kann heute eine Befruchtung auch bei früher als aussichtslos eingestuften Fällen versucht werden. Die Erfolgsrate hat sich durch die Neuheiten nicht erhöht: Im Durchschnitt kommt es bei 23 Prozent aller IVF-Versuche zu einer Schwangerschaft, aber nicht einmal in jedem zweiten Fall reift diese bis zur Geburt: Die so genannte Baby-Take-Home-Rate liegt bei nur 12 Prozent. Auch die ICSI-Methode, bei der eine Samenzelle direkt in die Eizelle injiziert wird, ist nicht grundsätzlich überlegen.

19 Zentren mit IVF-Vertrag

Diese Daten stammen aus dem deutschen IVF-Register. In Österreich wird erst in diesem Jahr mit einer detaillierten Dokumentation begonnen. Sie umfasst jene 19 Zentren, die einen (zum Teil vorläufigen) Vertrag mit dem IVF-Fonds haben. Diese müssen im Vorhinein melden, wie viele Stimulierungen, Eipunktionen und Embryo-Implantationen sie durchführen. Ein Institut, das nicht eine gewisse Erfolgsrate erreicht, soll keine Vertragsverlängerung erhalten. So soll die Qualität der Leistungen gesichert werden.

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo