Kinderwunsch

Wenn das Baby ausbleibt

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Konsument 7/2000 veröffentlicht: 01.07.2000

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Schlechter Start

Das IVF-Gesetz war ein Schnellschuss im Jahr 1999, und – so heißt es hinter vorgehaltener Hand – eine „Totgeburt“: So wurde etwa übersehen, dass die einfachste (und privat mit 3000 Schilling, im Krankenhaus mit 600 Schilling billigste) Methode medizinischer Befruchtung, die Insemination, nicht im Leistungskatalog enthalten ist. Da sie auch von den Kassen nicht bezahlt wird, werden künftig nur wenige Paare diesen Weg wählen und die Ärzte eher die vom Fonds bezahlten, eingreifenden Methoden anwenden. In den ersten Lebensmonaten des Fonds herrschte Chaos: Es gab keine Rezepte, die Medikamente mussten privat besorgt werden, und die Apotheken verlangten unterschiedliche Preise. Die Ärzte ihrerseits sind unisono der Meinung, die Vergütung ihrer Leistung liege auf dem untersten Niveau. Mit Lockbriefen werben einige bei Gynäkologen um Kunden. (Für die Frauen ein Risiko, dass Befruchtungstechnologien zu früh versucht werden.)

Ei-Tourismus quer durch Europa

Unruhe kommt aus den medizinischen Forschungsinstituten. Theoretisch kann man heute bereits allein den Zellkern mit dem genetischen Programm verwenden: die Gene aus der Samenzelle injizieren, oder den Kern einer Eizelle in die Hülle der Eizelle einer anderen Frau verpflanzen. Solche Manipulationen und Eizellspenden sowie Gentests am Embryo zur Selektion vor ihrer Einpflanzung (Präimplantationsdiagnostik) sind in Österreich verboten, in anderen europäischen Staaten jedoch erlaubt, und es gibt einen „Ei-Tourismus“ quer durch Europa. Nur in einer offenen und öffentlichen Diskussion kann die Gesellschaft herausfinden, wo sie ihre Grenzen ziehen will – und das ist dringend nötig.

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Bild: Das KONSUMENT-Geschenk-Abo