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Medikamente: Generika

Ungleiche Zwillinge

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Konsument 2/2007 veröffentlicht: 15.01.2007

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Reflux-Mittel: Preis auf Generika-Niveau

Dies ist vor allem eine Konsequenz des in Österreich üblichen Erstattungskodex, der die Verordnung von Medikamenten und die Kostenerstattung durch die Krankenkassen regelt. Damit Originalpräparate uneingeschränkt erstattungsfähig bleiben, müssen bestimmte Preisnachlässe gewährt werden. Je mehr Generika auf den Markt kommen, desto mehr gerät der Preis des Originals unter Druck. Ein aktuelles Beispiel unter vielen ist das Reflux-Mittel Agopton, dessen Preis per Dezember 2006 auf Generika-Niveau gesenkt wurde, um weiterhin erstattungsfähig zu bleiben.

Nicht immer günstiger

Generika sind also nicht zwangsläufig günstiger als Originale, aber indirekt dafür verantwortlich, dass Ursprungspräparate billiger werden. Die Krankenkassen argumentieren deshalb, dass Generika sehr wohl zur Senkung der Gesundheitskosten beitragen können. Die Gebietskrankenkasse Salzburg etwa rechnet vor, dass sich bei den Ausgaben für Medikamente durch einen bewussteren Umgang mit Generika Einsparungen in Höhe von zehn Prozent erzielen ließen.

Keine identischen Kopien

Doch die Kostenersparnis allein darf nicht Grundlage für einen möglichst breiten Einsatz von Generika sein. Im Vordergrund muss das Wohl des Patienten stehen. Generika enthalten zwar dieselben Wirkstoffe wie das Originalpräparat, doch identische Kopien sind sie deshalb noch lange nicht. Im Rahmen der Zulassung muss lediglich nachgewiesen werden, dass die Wirkstoffe des Generikums im Blutkreislauf ähnlich schnell an den Wirkort gelangen und ähnlich schnell wieder abgebaut werden, also eine vergleichbare Bioverfügbarkeit aufweisen.

Während die ursprünglichen Präparate in großen klinischen Studien an Tausenden von Patienten getestet werden, kommt ein Generikum lediglich an einigen Dutzend gesunden Probanden zum Einsatz. Untersucht wird nicht, ob das Präparat tatsächlich wirkt, sondern ob es sich im Organismus ähnlich verhält wie das Original. Ist dies der Fall, darf auf vorhandene klinische Studien Bezug genommen werden.

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