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Medikamente: Generika

Ungleiche Zwillinge

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Konsument 2/2007 veröffentlicht: 15.01.2007

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Unterschiede in der Galenik

Bedeutsam ist dies vor allem deshalb, weil sich Generika in der Regel im Herstellungsprozess wie in der Zusammensetzung der Hilfsstoffe vom Originalpräparat unterscheiden. Die Technologie, die im Präparat steckt – die sogenannte Galenik –, bestimmt jedoch, wie das Medikament vom Körper aufgenommen wird. Auch Unverträglichkeiten des Patienten, etwa gegen Milchzucker, können zum Problem werden. Dieser Stoff wird in der pharmazeutischen Industrie häufig als Füllstoff verwendet.

Risiko: Wechsel der Medikation

Ein Wechsel in der Medikation kann zudem mit Risiken verbunden sein. Der Patient sollte bei einer Umstellung auf ein anderes Präparat (egal ob vom Original auf ein Generikum oder umgekehrt) genau auf Nebenwirkungen achten. Treten Unverträglichkeiten auf oder kommt es zu Verschlechterungen in der Wirkung, sollte beim Arzt eine Abklärung vorgenommen werden.

Kontroverse um Bioverfügbarkeit

Ein Generikum kann allerdings durchaus eine bessere Verträglichkeit als das Ursprungspräparat aufweisen. Da die Originale 20 Jahre alt sind, kann auch ihre Galenik entsprechend alt sein. Fortschritte im Herstellungsprozess können sich positiv auswirken. Allerdings darf sich die Wirksamkeit der Nachahmung nicht allzu sehr verändern, dies würde Zulassungsstudien wie für ein Originalprodukt notwendig machen.

Zum Problem können aber auch scheinbar einfache Dinge werden. Patienten – vor allem ältere Menschen, die mehr als nur ein Medikament am Tag einnehmen – behelfen sich gerne damit, dass sie sich an Farben und Formen der Präparate orientieren, etwa die kleinen blauen Tabletten für den Morgen und Abend und die großen weißen für den Mittag bereitlegen.

Andere Tablettengröße

Ein Generikum kann sich aber äußerlich vom Original unterscheiden. Beim Medikamentenwechsel sollte zudem ein gewisser Placeboeffekt nicht vernachlässigt werden, der bei medikamentösen Therapien häufig auftritt. Auch wenn der Wirkstoff gleich ist, können bereits Veränderungen in Form, Farbe und Einnahmerhythmus Konsequenzen in Bezug auf die Wirksamkeit eines Präparates haben.

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