KONSUMENT.AT - Medikamente: Gewadal und Antibiophilus - Gewadal

Medikamente: Gewadal und Antibiophilus

Schmerzen und Durchfall

Seite 2 von 5

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 6/2009 veröffentlicht: 12.06.2009

Inhalt

Testurteil: Wenig geeignet bei leichten bis mäßig starken Schmerzen und Fieber. Nicht sinnvolle Kombination.

Der Wirkstoff Propyphenaz on ist schlecht untersucht, es stehen geeignetere Alternativen zur Verfügung. Koffein soll die schmerzstillende Wirkung verstärken, kann jedoch den Missbrauch fördern. Die belebende Wirkung des Koffeins kann dazu verleiten, solche Mittel öfter und länger einzunehmen als angeraten.

Bei Dauergebrauch lässt die erwünschte Wirkung nach, sodass die Dosis möglicherweise weiter erhöht wird. Damit steigt das Risiko für Nebenwirkungen. Geeignete Mittel mit nur einem Schmerzwirkstoff sind vorzuziehen. Daran ändert auch eine neuere Studie zur Kombination von zwei Schmerzmitteln mit Koffein bei der Behandlung akuter Schmerzen nichts.

Abgesehen von methodischen Mängeln der Studie bleibt die Frage nach der Langzeitverträglichkeit offen. Zudem wurde nicht untersucht, warum zwei Schmerzstoffe anstatt eines Einzelwirkstoffs verwendet werden sollten.

Präparat: Gewadal Tabletten, 10 Stück Wirkstoffe: Parazetamol, Propyphenazon, Koffein

Preis: € 2,15

Anwendung: Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre bei Bedarf eine Tablette mit etwas Flüssigkeit (mindestens ein Glas Wasser) einnehmen; bei anhaltenden Schmerzen bis zu 4 x täglich.

Gegenanzeigen, Wechsel- und Nebenwirkungen: Die Einnahme über sehr lange Zeit und in einer die Höchstdosis überschreitenden Menge birgt das Risiko von Entzugskopfschmerzen sowie das Risiko von Nebenwirkungen, insbesondere an Nieren und Leber. Bei gestörter Leberfunktion kann Parazetamol stärker wirken, eine an sich ungefährliche Dosis kann dann zu Vergiftungserscheinungen führen. Wegen des Anteils an Koffein darf das Mittel bei Herzrhythmusstörungen mit sehr schnellem Herzschlag, bei Leberzirrhose, einer Überfunktion der Schilddrüse und bei Angsterkrankungen nicht eingenommen werden. Bei Verhütung mit der „Pille“, Einnahme von Cimetidin (Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre) oder Gyrasehemmern (Infektionen) kann Koffein länger wirken. Koffein kann Schlaflosigkeit, Unruhe, Herzrasen und Zittern bewirken. Bei Absetzen nach längerem Gebrauch können auch Müdigkeit und Nervosität auftreten.

Kleinkinder, Säuglinge, Schwangerschaft: Kinder, Schwangere und Stillende sollten Kombinationsschmerzmittel nicht einnehmen.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
44 Stimmen
Weiterlesen