Medikamente: Mittel bei starken Schmerzen (Teil 2)

Opiate als Hilfe

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Konsument 10/2004 veröffentlicht: 15.09.2004

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Geschluckt, geklebt, gespritzt

Den unterschiedlichen Bedürfnissen der Patienten entsprechend, gibt es Opioide in verschiedenen Formen.

Kapseln, Filmtabletten, Tabletten: Sie entfalten ihre volle Wirkung innerhalb von Minuten bis einer halben Stunde und halten etwa drei bis vier Stunden an.

Mittel mit Zusatz „Retard“: Sie setzen den Wirkstoff verzögert und über längere Zeit frei. Meist genügt es, das Mittel morgens und abends einzunehmen.

Sublingualtabletten: Sie lösen sich unter der Zunge in ein bis zwei Minuten von selbst auf. Nur so tritt der Wirkstoff durch die Mundschleimhaut direkt ins Blut über, daher: Nicht lutschen, nicht kauen, nicht schlucken – sonst passiert der Wirkstoff den Magen-Darm-Trakt, und das beeinflusst die Wirkung.

Pflaster: Aus der speziellen Pflasterzubereitung geht der Wirkstoff direkt ins Blut. Die Pflastergröße bestimmt, wie viel Wirkstoff in einer Stunde abgegeben wird. Nach 12 bis 24 Stunden ist der Wirkstoffspiegel konstant; nach 72 Stunden wird ein neues Pflaster aufgeklebt. Fast immer gibt es bei der Pflasterbehandlung ab und zu so genannte Durchbruchschmerzen. Sie können mit zusätzlich gegebenem, schnell wirkendem Morphin behandelt werden.

Das Pflaster wird auf saubere, unbehaarte Haut am Oberkörper geklebt – jedes Mal auf eine andere Stelle. Haare müssen mit der Schere abgeschnitten werden, da bei einer Rasur immer winzige Wunden entstehen, durch die zu viel Wirkstoff in den Körper gelangen kann.

Sinnvoll sind Pflaster bei Kranken, die nicht schlucken können. Voraussetzung ist, dass die Schmerzen im Tagesverlauf nicht nennenswert schwanken.

Ampullen: Wenn mit einfacher zu handhabenden Zubereitungen keine ausreichende Schmerzlinderung möglich ist, können Opioide unter die Haut beziehungsweise in die Vene gespritzt oder mittels einer Pumpe kontinuierlich verabreicht werden.

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Bild: VKI