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Medikamente: rezeptfreie Mittel bei Rheuma und Sportverletzungen

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Konsument 1/2009 veröffentlicht: 12.12.2008, aktualisiert: 18.12.2008

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Verschiedene Therapiemöglichkeiten

Die Behandlung erfolgt während der akuten Schübe mit entzündungshemmenden und schmerzstillenden Medikamenten (Analgetika, nichtsteroidale bzw. steroidale Antirheumatika). Als Langzeit- und Dauertherapie bei Autoimmunerkrankungen erfolgt heute bereits frühzeitig eine Basistherapie (Chloroquin, Antibiotika, Goldsalze), die vor allem dazu dient, Langzeitfolgen wie Gelenkschäden möglichst vorzubeugen. Eine wichtige Rolle bei der unterstützenden Behandlung spielt die physikalische Therapie.

Darüber hinaus werden häufig äußerlich anzuwendende, rezeptfreie Rheumamittel in Form von Salben, Cremen, Sprays, Lösungen, Roll-ons und Pflastern in der Apotheke eingekauft. Diese Präparate sind meist auch für Indikationen wie Zerrungen, Verstauchungen, Prellungen, Sehnenscheidenentzündungen, Muskel- und Rückenschmerzen oder Traumata infolge von Unfällen sowie Sportverletzungen ausgelobt.

Rezeptfreie Präparate im Test

In unserem Test haben wir insgesamt 35 rezeptfreie Präparate unter die Lupe genommen. Kein einziges davon erachten wir als geeignet zur alleinigen Anwendung bei rheumatischen Beschwerden. Einige Arzneien können allenfalls zur Unterstützung einer Therapie mit verschreibungspflichtigen, innerlich anzuwendenden Medikamenten dienen. Auch in Bezug auf die ausgelobten Indikationen bei Sportverletzungen halten die Präparate meist nicht, was die Hersteller in der Werbung versprechen.

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)

Bei NSAR handelt es sich um entzündungshemmende Schmerzmittel, die auch fiebersenkend wirken. Alle sechs Präparate im Test, Fector EP, Algefit Gel, Ibutop Mikrogel und Creme, Ketospray, Luiflex Spray, Traumon Gel und Spray wirken jedoch zu schwach zur alleinigen Behandlung entzündeter Gelenke. Die enthaltenen Wirkstoffe dringen nicht so weit in die Haut ein, dass sie tiefer liegende Gewebeschichten oder Gelenke erreichen.

Die Präparate können bei entzündeten Gelenken deshalb allenfalls unterstützend angewendet werden. Dasselbe gilt auch bei Sportverletzungen mit Prellungen und Verstauchungen. Wir beurteilen diese Präparate insgesamt als wenig geeignet für die ausgewiesenen Indikationen.

Salicylat-Kombinationspräparate

Ebenfalls als wenig geeignet beurteilen wir die salicylathaltigen Präparate Acimont Rheuma- und Sportfluid, Algesal Creme, Derivon Creme, Dolorex Spray, Etrat Sportgel, Mobilsin Salbe, Moviflex Gel, Pasta Cool, Trauma Salbe „Mayrhofer“ kühlend, Rubriment Emulsion, Reparil Gel, Trauma Salbe „Mayrhofer“ wärmend und Traumasalbe „Provita“. Ihre therapeutische Wirkung ist nicht ausreichend belegt.

Teilweise sind auch die Kombinationen der verschiedenen Wirkstoffe nicht sinnvoll. Einige Mittel sind allenfalls zur unterstützenden Therapie bei rheumatischen Erkrankungen geeignet. Für Asthmatiker sind salicylathaltige Medikamente grundsätzlich problematisch, da sie Anfälle auslösen können.

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