KONSUMENT.AT - Medikamente: Talcid Kautabletten - Talcid Kautabletten: Testurteil im Detail

Medikamente: Talcid Kautabletten

Bei Sodbrennen

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KONSUMENT 10/2013 veröffentlicht: 23.09.2013

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 Talcid Kautabletten: Mittel bei Sodbrennen; Bild: E. Würth/VKI

Testurteil: Geeignet bei Sodbrennen zur kurzzeitigen Behandlung.

Aluminium- und magnesiumhaltige Ver­bindungen binden saure Anteile des Magensafts. Magnesium wirkt schneller, aber nicht so lange wie Aluminium und kann die Säure besser binden. Bei häufigen oder lang anhaltenden Magenbeschwerden sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, da eine ernsthafte Erkrankung zugrunde liegen kann.

Präparat: Talcid Kautabletten Wirkstoff: Hydrotalcit Preis: 20/50 Stück 4,85/9,65 Euro Anwendung: Tritt nach dem Essen Sodbrennen auf, das Mittel etwa eine Stunde nach der Mahlzeit einnehmen. Sonst bei ersten Anzeichen, unabhängig von den Mahlzeiten. Damit beim Liegen keine Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt und Sodbrennen auslöst, die letzte Dosis unmittelbar vor dem Schlafengehen einnehmen. Tabletten immer sorgfältig zerkauen.

Gegenanzeigen, Neben- und Wechselwirkungen: Wenn die Nieren eingeschränkt arbeiten, dürfen Arzneimittel zur Neutralisierung der Magensäure (Antazida) nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Antazida können die Wirkung fast aller anderen Medikamente beeinträchtigen, weil sie Wirkstoffe im Magen binden. Sonstige Medikamente 2 bis 3 Stunden davor oder 4 bis 5 Stunden danach einnehmen. Säure in Lebensmitteln erhöht die unerwünschte Aluminiumaufnahme aus dem Darm, ebenso bestimmte Mittel gegen Parkinson. Talcid daher nicht zeitgleich mit säurehaltigen Lebensmitteln einnehmen! Wenn die Nieren eingeschränkt arbeiten, wird überschüssiges Magnesium ungenügend ausgeschieden und der Magnesiumgehalt des Blutes kann gefährlich ansteigen (bei Schläfrigkeit und Muskelschwäche das Medikament sofort absetzen).

Treten zusätzlich Übelkeit, Erbrechen oder Atemprobleme auf, sofort einen Arzt aufsuchen. Antazida können die Wirksamkeit von Phenytoin (bei Epilepsie) verringern, gleiches gilt für Antibiotika und Sulfonamide (bei Infektionen) sowie für Digitalis-Glykoside (bei Herzschwäche). Bei langfristiger, hoch dosierter Einnahme kann sich in seltenen Fällen Aluminium in Knochen und Nervengewebe einlagern. Bei längerfristiger Einnahme unbedingt einen Arzt konsultieren.

Kinder, Schwangerschaft, ältere Menschen: Für Kinder unter 12 Jahren liegen keine Daten vor, sie sollten Talcid Kautabletten nicht oder nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen. Da Talcid die Plazenta passiert und auch in der Muttermilch nachweisbar ist, sollten Schwangere und Stillende das Mittel nur selten, kurzzeitig und in niedriger Dosierung anwenden, um die schädliche Aluminiumbelastung für das (ungeborene) Kind niedrig zu halten. Da die Nierenleistung im Alter nachlässt, ist die Einnahme für ältere Menschen nicht empfehlenswert.

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