KONSUMENT.AT - Medikamente: Wechsel- und Menstruationsbeschwerden - Wechseltees und Mönchpfeffer

Medikamente: Wechsel- und Menstruationsbeschwerden

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Konsument 3/2010 veröffentlicht: 28.01.2010

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Wechseltees

Mit Mag. Kottas Kräuterexpress Wechseltee und Wechseltee St. Severin befinden sich auch zwei Teemischungen im Test, die laut Herstellerangaben bei Wechseljahrsbeschwerden wirksam sein sollen. Das Mag.-Kottas-Produkt besteht aus Melisse, Pfefferminze, Kamille, Schafgarbe und Baldrianwurzel.

Diese Kräutermischung soll einerseits beruhigend wirken, andererseits wohltuend für den Magen-Darm-Trakt sein. Als Anwendungsgebiete werden Hitzewallungen, psychovegetative Herzbeschwerden, Schweißausbrüchen, innere Unruhe und Einschlafstörungen angegeben.

Die Wirksamkeit dieser Kräuterkombination ist bei den beanspruchten Indikationen jedoch nicht nachvollziehbar. Wir beurteilen dieses Präparat daher als wenig geeignet zur Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden.

Wechseltee St. Severin

Das Produkt von St. Severin soll beruhigen und das Herz-Kreislauf-System stärken. Es enthält Passionsblume, Baldrianwurzel, Hopfen, Johanniskraut, Melisse, Weißdorn und Mistel. Als Anwendungsgebiete werden Wechselbeschwerden, Nervosität, Angst- und Spannungszustände, Unruhe und Einschlafstörungen angegeben. Weiters soll das Präparat bei Depressionen sowie milden Angst- und Spannungszuständen helfen.

Depressionen und Angstzustände bedürfen jedoch in jedem Fall einer ärztlichen bzw. psychotherapeutischen Behandlung. Eine Selbstmedikation mit Tees ist völlig fehl am Platz. Wir beurteilen dieses Präparat zudem als wenig geeignet zur Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden.

Früchte des Mönchpfeffers

Präparaten mit Extrakten aus den Früchten des Mönchpfeffers werden positive Wirkungen bei Zyklusstörungen sowie bei Beschwerden im Rahmen des sogenannten prämenstruellen Syndroms (PMS) zugeschrieben.

Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Wirkung des Hormons Prolaktin im Gehirn gehemmt wird (Prolaktin spielt eine wichtige Rolle beim Zyklusgeschehen), dennoch ist die therapeutische Wirksamkeit von Mönchspfeffer bei Zyk­lusstörungen nicht ausreichend belegt. Deshalb werden derartige Präparate von uns als wenig geeignet zur Behandlung von Zyklusstörungen und PMS beurteilt.

Fazit

Derzeit auf dem Markt befindliche pflanzliche Präpa­rate zur Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden (Cimici­fuga, Cimicifuga-Kombinationspräparate, Kräutermischungen) sowie von Zyklus­störungen und PMS können aufgrund der wissenschaftlichen Datenlage nicht empfohlen werden. Patientinnen, die solche Präparate anwenden wollen, sollten die Hinweise auf Gegenanzeigen, Neben- und Wechselwirkungen genau beachten

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Kommentare

  • Cimicifuga
    von EMW am 20.03.2010 um 09:48
    Habe so ein Präparat eta 2 Jahre genommen, dabei fast dauernd Druck in der Lebergegend, sowie nach einiger Zeit ständiges Jucken am Rücken verspürt.Da es mir trotzdem sehr geholfen aht, habe ich es noch einige Zeit weiter genommen.Die genannten Beschwerden verschwanden nach kurzer Zeit mit Absetzen des Präparates zur Gänze.