Medikamententest: Mittel zur Wundbehandlung

Gut versorgt

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Konsument 10/2007 veröffentlicht: 20.09.2007, aktualisiert: 15.10.2007

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Hautdesinfektion

Nach dem Ausspülen der Wunde mit Wasser kann die Umgebung der Verletzung mit einem Hautdesinfektionsmittel gereinigt werden, um zu verhindern, dass weitere Keime in die Wunde gelangen. Desinfektionsmittel sollten allerdings zurückhaltend eingesetzt werden, da sich die Wundheilung bei häufigerem Gebrauch verzögern kann.

Alkohole  gegen Bakterien, Pilze und Viren

Als geeignet erweisen sich Alkoholpräparate, etwa auf der Basis von Ethanol, n-Propanol oder Isopropanol. Alkohole sind gegen ein breites Spektrum von Bakterien, Pilzen und Viren wirksam, da sie die Proteinhülle der Erreger schädigen. Diese Alkohole können grundsätzlich alleine (in wässriger Verdünnung) oder als Gemische eingesetzt werden. Verdünnter Alkohol (70-prozentig) ist als Apothekenabfüllung erhältlich und sehr preisgünstig. Viele handelsübliche Arzneimittel enthalten zusätzlich synthetische Antiseptika, die aber medizinisch gesehen zur Versorgung kleinerer Verletzungen und Hautläsionen nicht notwendig sind. Alkohole eignen sich nicht zur Anwendung auf offenen Wunden und Schleimhäuten.

Ausschließlich als Apothekenabfüllung erhältlich ist verdünnte Wasserstoffperoxidlösung (3-prozentig). Die antimikrobielle Wirkung ist allerdings relativ gering. Wasserstoffperoxid kann zum Ablösen von mit Blut und Wundsekret verklebten Verbandsmaterialien hilfreich sein. Es wird als mit Einschränkung zur Reinigung von Wundrändern geeignet bewertet.

Jod gegen Bakterien, Pilze und Viren

Jod ist der Klassiker unter den Desinfektionsmitteln. Es tötet Bakterien, Pilze und Viren wirksam ab. Die früher übliche Jodtinktur ist in Österreich als Markenpräparat nicht erhältlich, sie kann aber auf Wunsch vom Apotheker zubereitet werden. Fertigpräparate enthalten Jod, das an eine organische Substanz gebunden ist, sogenanntes Povidon-Jod (PVP). Sie sind als Lösungen, Salben, Cremen, Sprays und Verbandsmaterialien im Handel. PVP-Präparate eignen sich zur Desinfektion kleiner und großer Wunden sowie der sie umgebenden Hautareale, im Gegensatz zur Jodtinktur verursachen sie kein Brennen in der Wunde.

Mittel mit Octenidin brennen nicht

Ebenfalls als geeignet erwiesen sich Mittel, die Octenidin enthalten (Octenisept Lösung). Es verfügt über eine antiseptische Wirkung gegen Bakterien, bestimmte Pilze und Viren. Der Zusatz des Konservierungsstoffes Phenoxyethanol verstärkt diese Wirkung. Im Gegensatz zu Alkoholen brennt Octenidin nicht auf der Haut und ist auch zur Desinfektion von offenen Wunden geeignet.

Die desinfizierende Wirkung von Chlorhexidin ist zwar wissenschaftlich belegt, eine Kombination mit Dexpanthenol (Bepanthen plus Creme), einem an sich gut hautpflegenden Mittel, bringt aber bei der Desinfektion von Wunden kaum einen therapeutischen Vorteil. Diese Kombination ist daher nur mit Einschränkungen zu empfehlen. Gleiches gilt für Puderpräparate auf Chlorhexidinbasis. Sie verkleben mit Feuchtigkeit und Wundsekret.
Abstriche (mit Einschränkung geeignet) haben unsere Tester auch bei Dequaliniumchlorid-Präparaten (Evazol Creme) vorgenommen. Diese töten zwar Bakterien und Pilze ab, die therapeutische Wirksamkeit ist jedoch geringer als bei Alkoholen oder Jodpräparaten.

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