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Medizinische Selbsttests

Nicht für den Hausgebrauch

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Konsument 4/2010 veröffentlicht: 17.03.2010

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Yorktest

Der FoodSCAN Indicator (Yorktest) wird immer wieder in einschlägigen Zeitschriften beworben. Es handelt sich um einen unspezifischen Test auf Nahrungsmittelunverträglichkeit. Bei einem positiven Testergebnis empfiehlt der Anbieter (Yorktest HandelsGmbH) zwei weitere Produkte (FoodSCAN Quality um 199 Euro bzw. FoodSCAN Totality um 399 Euro).

Aus unserer Sicht unverantwortlich ist die Empfehlung, alleine aufgrund des Yorktest-Testergebnisses auf den Konsum bestimmter Nahrungsmittel zu verzichten. Heim-Screeningtests sind prinzipiell nicht geeignet, um derartige Entscheidungen zu unterstützen.

Bei FoodSCAN Quality bzw. FoodSCAN Totality handelt es sich zudem um Testbatterien von 42 bzw. 113 verschiedenen Tests. Aus rein messtechnisch-statistischen Gründen ist hier bei 1 bis 5 getesteten Nahrungsmitteln mit einem falschen Testergebnis zu rechnen. Wir können keinen Yorktest empfehlen.

Ein Test auf Nahrungsmittelunverträglichkeit sollte unbedingt unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Die Kosten werden zudem von der Krankenkasse getragen.

Menopausetest

Auch den Menopausetest können wir für den Hausgebrauch nicht empfehlen. Die Informationen auf dem Beipackzettel sind bei diesem Produkt zwar korrekt, doch es fehlen Angaben zu wissenschaftlichen Qualitätsmaßstäben. Bei einer über 60-jährigen Frau, die den Test im Selbstversuch anwendete, kam ein unklares Ergebnis zustande.

Prostata-Vorsorgetest

Besonderes Gefahrenpotenzial sehen wir beim Prostata-Vorsorgetest. Bei diesem Test wurde der Urin auf Anwesenheit des prostataspezifischen Antigens (PSA) untersucht. Ein generelles Screening erscheint nach international wissenschaftlich abgesicherten Kriterien derzeit nicht sinnvoll.

Auch der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger warnt in seiner Informationsbroschüre zur Vorsorgeuntersuchung: „Es gibt weltweit keine Beweise für den Nutzen des PSA-Screenings für die Früherkennung des Prostatakarzinoms. Dagegen sind die potenziellen Schäden und die ungünstigen Konsequenzen durch falsch zu interpretierende Werte hinlänglich beschrieben.“

In einigen Ländern, etwa den Niederlanden und Belgien, sind PSA-Tests sogar verboten.

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