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Optiker

Trübe Aussichten

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Konsument 5/2001 veröffentlicht: 01.05.2001

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„Ich hätte gerne eine Zweitbrille…“

Bei unserem Test wollten wir erheben, wie gut bei Optikern die Messung durchgeführt wird, wie präzise sie die Brillen anfertigen und wie kundenfreundlich Beratung und Service sind. Zwei Testpersonen schlüpften in die Kunden-Rolle und tätigten je einen Brillenkauf in 13 Geschäften (darunter Optiker, Optikerketten und Fotohändler), die wir nach dem Zufallsprinzip in Wien, Linz und Innsbruck ausgewählt hatten.

Testpersonen

Beide Testpersonen sind kurzsichtig. Testperson A hat zusätzlich am linken Auge Astigmatismus. (Hornhaut oder Linse sind unregelmäßig gekrümmt, und auf der Netzhaut erscheint ein Punkt verzerrt als Strich. Folge: Man sieht verschwommen.) Auch die zweite Testperson – fünfzigjährig – hat Astigmatismus, und zwar auf beiden Augen. Hier gab es für die Augenoptiker noch ein spezielles Problem: Die Linse des linken Auges weist Trübungen auf – wahrscheinlich ein beginnender Grauer Star. Bei dieser Störung ist eine Sehschwäche nicht hundertprozentig auskorrigierbar. Das sollte der Augenoptiker bemerken und darauf hinweisen, dass eine krankhafte Veränderung vorliegen könnte. Er müsste den Kunden zum Augenarzt schicken.

Sonnenbrille und Zweitbrille

Die Augen beider Testpersonen sind vor der Testreihe von drei Experten untersucht und übereinstimmend gemessen worden, wobei Testperson B erst auf die bestehende Erkrankung aufmerksam wurde. Beide Testpersonen haben bei den Augenoptikern ihre normale Brille getragen und für die Sehschärfenbestimmung vorgewiesen, und sie haben ausdrücklich eine Zweitbrille bestellt.

  • Testperson A eine optische Sonnenbrille, die möglichst billig sein sollte, und die man beim Autofahren und beim Sport tragen kann. Folgerichtig wurden Brillengläser aus getöntem Kunststoff angeboten.
  • Testperson B wollte eine Zweitbrille mit Normalgläsern für das Auto und nahm Sonderangebote an. Es waren sowohl Brillengläser aus Kunststoff als auch aus Glas darunter.

Brillenpaß

Die Testpersonen ersuchten auch um einen Brillenpass, in dem die Daten über die Fehlsichtigkeit und der Abstand der Pupillen von der Gesichtsmitte eingetragen werden sollten. Die fertig gestellten Brillen wurden von zwei der unabhängigen Experten vermessen. Es wurde kontrolliert, welche Daten die Augenoptiker über die Fehlsichtigkeit erhoben hatten und wie weit die angefertigten Brillen mit den Messungen übereinstimmten. Den Brillenpass gab es allerdings nicht in jedem Geschäft, und nur in einigen Brillenpässen war auch der Pupillenabstand vermerkt.