KONSUMENT.AT - Optiker - Optiker

Optiker

Trübe Aussichten

Seite 3 von 12

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 5/2001 veröffentlicht: 01.05.2001

Inhalt

„Schauen Sie auf das Verkehrsschild“

Normalerweise wird die Sehschärfe mit und ohne Messbrille durch Entziffern genormter Sehzeichen auf Wandtafeln in einer bestimmten Entfernung geprüft – zuerst mit jedem Auge extra, dann mit beiden Augen gemeinsam. Der Ausgangswert für eine Brillenanpassung kann auch mit einem computergesteuerten Gerät ermittelt werden. So ein Computer-Refraktometer verwendeten nicht alle Optiker – zum Beispiel Niedermeyer in Wien, Gumpelmayer in Linz, Hartlauer und Kleemann in Wien. Im Anschluss daran muss jedoch in jedem Fall ein subjektiver Abgleich erfolgen. Unsere Testpersonen erlebten dabei sehr Unterschiedliches. 

  •  Beim Optiker Schleiffelder in Wien blendete die Sonne bei der Untersuchung, und es wurde nur die Sehschärfe beider Augen gemeinsam getestet. „Jetzt schauen Sie hinaus“, forderte der Optiker den Kunden auf. „Können Sie das Verkehrsschild da drüben erkennen?“, fragte er, während vor einer Verkehrsampel auf Grün wartende Busse und Lastwagen die Sicht verstellten.
  • In vielen Fällen verzichteten die Optiker bei Testperson A glatt darauf, auf Astigmatismus zu untersuchen.
  • Bei Testperson B mit der getrübten Linse am linken Auge tendierten die meisten Optiker zum Überkorrigieren.Vier Optiker sagten dem Kunden korrekt, man könne keine 100 Prozent Sehleistung erreichen, und er solle unbedingt den Augenarzt aufsuchen.Das waren: Gumpelmayer in Linz, Hartlauer in Wien, Niedermeyer in Wien sowie Pearle in Wien. Sie brachen die Messung ab, als sie feststellten, dass eine hundertprozentige Sehschärfe nicht erreichbar war. Pearle Wien erklärte sich bereit, dennoch eine Brille anzufertigen, falls dies der Kunde ausdrücklich wünsche (was unsere Testperson letztlich auch getan hat).
  • Fielmann in Innsbruck wollte das rechte Auge, das mit der vorhandenen Brille 100 Prozent Sehleistung hat, um eine Dioptrie korrigieren – das war die größte gemessene Abweichung. Wenn Testperson B diese Brille tatsächlich tragen wollte, bekäme er unweigerlich Kopfschmerzen.