KONSUMENT.AT - Orthomolekulare Medizin - 5 Ärzte in Wien im Praxistest

Orthomolekulare Medizin

Behandeln mit Vitamin €

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KONSUMENT 7/2012 veröffentlicht: 28.06.2012, aktualisiert: 27.09.2012

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Die orthomolekulare Medizin will Krankheiten mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen heilen. Wir haben fünf Ärzte in Wien getestet und die Wirksamkeit der Orthomolekularen Medizin überprüft.

Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind lebenswichtig, der Organismus kann sie allerdings nicht in der benötigten Menge selbst produzieren. Um Mangelerscheinungen und Erkrankungen vorzubeugen, müssen wir sie deshalb mit der täglichen Nahrung zu uns nehmen.

Bedarf gedeckt

Zwar ist es bei vernünftiger Ernährung in Österreich von wenigen Ausnahmefällen abgesehen – etwa Folsäure bei Kinderwunsch – problemlos möglich, den täglichen Bedarf zu decken. Somit besteht kaum Notwendigkeit, auf Nahrungsergänzungsmittel oder künstlich angereicherte Lebensmittel zurückzugreifen.

Vitamingläubigkeit ...

Dennoch hält sich hartnäckig der Glaube, dass die regelmäßige Einnahme von Vitaminpräparaten vorteilhaft sei, weil sie uns ­gesünder und leistungsfähiger mache. Die Vorstellung geht auf die 1930er-Jahre zurück, als mit der industriellen Produktion von Vitamin C begonnen wurde. Die National­sozialisten propagierten die Vitaminein­nahme zur Stärkung des "Volkskörpers". Mit dem Untergang des "Tausendjährigen Reiches" war es dann zunächst mit der Vitamingläubigkeit vorbei.

... erlebt Renaissance

Sie erlebte erst in den 1970er-Jahren ihre Renaissance, durch den zwei­fachen Nobelpreisträger Linus Pauling (1901 – 1994). Pauling empfahl die Einnahme hoher Vitamin-C-Dosen zur Vorbeugung ­gegen Krebs und Herzinfarkt. Wie überzeugt der Wissenschaftler war, spiegelt sich in seiner Bezeichnung "orthomolekulare Medizin" für diese neue Heilmethode wider. Der Begriff "ortho" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "richtig" und "gut".

Krankheit durch Mangel

Die orthomolekulare Medizin (OM) führt chronische Krankheiten auf eine Unter­versorgung mit Nährstoffen (Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen) zurück. Bereits ein geringfügiger Mangel soll – hält er längere Zeit an – den Körper schädigen. Als Anzeichen werden unspe­zifische Symptome wie eine Anfälligkeit für Erkäl­tungen, Leistungsminderung und Konzen­trationsschwäche gewertet. Eine langjährige, auch nur minimale Unterversorgung kann im Konzept der Orthomolekularen Medizin sogar zu Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen führen.

Oxidativer Stress

Die Gabe hoher Vitamindosen, kombiniert mit Mineralstoffen und Spurenelementen, soll derartigen Erkrankungen vorbeugen. Als Gefahr für die Gesundheit wird auch "oxidativer Stress" angesehen. Damit ist gemeint, dass im Organismus aggressive Formen von Sauerstoff wirken – sogenannte Sauerstoffradikale, die aus der Umwelt in den Körper gelangen, vom Körper aber auch selbst gebildet werden. Dieser Gefahr soll der Körper mit Schutzsystemen begegnen, an denen Subs­tanzen wie Vitamin C, E und Beta-Carotin beteiligt sind.

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Wertung: 3 von 5 Sternen
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Kommentare

  • Zensur?
    von REDAKTION am 28.07.2020 um 09:06
    Offenbar ist Ihnen entgangen, dass wir die ÖGOM-Stellungnahme sehr wohl veröffentlicht haben, sie wurde auch nie gelöscht. Sie finden Sie unter den Leserreaktionen.
  • Zensur?
    von eviwag2002 am 27.07.2020 um 11:02
    Wo ist die Stellungnahme der ÖGOM hingekommen? Warum wurde sie gelöscht? Ich habe diese noch vor einiger Zeit hier gelesen und jetzt ist sie nicht mehr auffindbar. Auch die Österreichische Apothekerkammer berichtet in einem Artikel über die Stellungnahme: https://www.apotheker.or.at/internet/oeak/NewsPresse.nsf/e02b9cd11265691ec1256a7d005209ee/ba0717528be9ace9c1257a61002f1e0f?OpenDocument Das finde ich überhaupt nicht in Ordnung! Was wollen Sie mit dieser Beeinflussung der Leser erreichen?
  • Provision sehr bedenklich
    von 0809brigitte am 10.01.2019 um 15:14
    Ich danke für diesen informativen Artikel. Besonders, dass die Ärzte - zum Teil ohne direkt an den Hersteller von Vitaminpräparaten zu verwiesen - automatisch hohe Provisionszahlungen erhalten, sehe ich sehr kritisch. Bei mir entstand dadurch der Eindruck, dass es sich um ein Vorgehen handelt, das im Direktvertrieb üblich ist, weshalb mir der Vergleich mit einer "Vitamin-Tupperparty" in den Sinn kam.
  • Interessensgeleitetes Bashing?
    von hubsen am 03.12.2013 um 16:06
    Solche einseitige Darstellung und Pseudo-Tests der Konsumenten-Redaktion nerven einfach nur und lassen mich auch an der Seriosität in der Herangehensweise bei anderer Testergebnissen zweifeln. Zur angeführten "Vitamin" D3 Überdosierung ("..beim Einhalten der von der Ärztin empfohlenen Dosierung extrem hohe Ergänzung mit Vitamin D3 -deutlich höher als empfohlen") ist z.B. in der Literatur ein Fall einer fehlerhaften 1000-fachen Überdosierung zu erwähnen, welcher die sehr schweren Nebenwirkungen erfreulicherweise überlebt hat). Mit den meisten, auch frei verschreibbaren, Medikamenten oder bloß bei der empfohlenen Nahrungsmittel- bzw. Trinkwasserzufuhr wäre eine 1000-fache Überdosierung wohl absolut tödlich. Hingegen konnte der Chemie-Nobelpreisträger Linus Pauling mit einer absichtlichen ca.100-fachen Vitamin C Langfrist-"Überdosierung" 93 Jahre alt werden. - Empfehlungen sind also relativ zu betrachten und dabei immer nur auf einen gesunden und einen nicht älteren Menschen bezogen! ...der darüberhinaus dem Ideal der "ausgewogenen Ernährung" möglichst nahe kommt. Diese oft zitierte "ausgewogene Ernährung" bleibt leider ein nur von wenigen Prozent der Bevölkerung erfülltes Ideal. Wobei deren Nahrung ist dann hoffentlich auch noch vitamin- und mineralsstoffhältig, natürlich gereift, pestizidfrei, frisch geerntet, nährstoffschonend zubereitet, aus biologischem Anbau, gentechnikfrei, vegetarisch oder zumindest fernab eines geräucherten/gepökelten oder mit Antibiotika, Stresshormonen etc. belasteten Fleisches, von einem - in seiner natürlicher Umgebung gehaltenen - 100% gesunden Tier etc. Antidepressiva z.B. wirken (trotz oft erheblichen Nebenwirkungsspektrum) laut Studienanalysen nur in ca. 50% der Fälle und werden trotzdem verschrieben / oder sollte man besser sagen? - bei ca. 50% Erfolgsquote ausprobiert und da hat die Konsumentenredaktion noch keinen solchen Negativbericht gebracht. Medizinisch laienhaft formuliert: Würde das Ausprobieren erhöhter Vitamin B und D Gaben in Kombination mit ausführlichen psychotherapeutischen Gesprächen nicht bessere Erfolge bringen? - in zumindest 50% der Fälle :-)
  • Orthomolekulare Medizin
    von gevo am 25.07.2012 um 02:43
    Leider hat sich zum x-ten Mal bestätigt, dass die Konsument Redaktion nicht unabhängig agiert, sondern lediglich ein Sprachrohr der Pharma und der Mainstream Presse ist, und dadurch dem menschenverachtenden "Codex Alimentarius" Vorschub leistet. Sogenannte Behörden und deren Vorschriften zu zitieren ist im Sinne hilfreicher Berichterstattung kontraproduktiv. Man braucht sich lediglich Aufgabe und Tätigkeit der amerikanischen FDA anzusehen. Weiters kein Kommentar meinerseits. Googeln sollte genügend augenöffnende Informationen liefern. In die Verbreitung dieser Desinformationsmaschinerie werde ich ab sofort kein Geld mehr stecken.