KONSUMENT.AT - Patientenanwaltschaften - Interview: Dr. Gerald Bachinger Sprecher ARGE Patientenanwälte

Patientenanwaltschaften

Wenn der Doktor pfuscht

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KONSUMENT 6/2013 veröffentlicht: 29.05.2013

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Interview: Dr. Gerald Bachinger - Sprecher der ARGE der österreichischen Patientenanwälte

  Dr. Gerald Bachinger (Bild: Privat)
Dr. Gerald Bachinger

Was ist die Aufgabe der Patientenanwaltschaften, wann helfen sie weiter und wie können sich Patienten an sie wenden?

Antwort auf unsere Fragen gibt der Sprecher der ARGE der österreichischen Patientenanwälte und -anwältinnen, Dr. Gerald Bachinger.

Wie lassen sich die Aufgaben des Patientenanwalts in zwei Sätzen umschreiben?
Die Kernaufgabe ist das außergerichtliche Beschwerdemanagement bei Konflikten/Behandlungsfehlern im Gesundheitswesen. Dazu kommt in den letzten Jahren die Aufgabe der gesetzlichen Interessenvertretung der Patientinnen und Patienten in den Strukturen des Gesundheitswesens.

Wann wende ich mich an den PA und wie gehe ich als Patient vor?
Bei Verdacht auf medizinische/pflegerische Behandlungsfehler oder gröberen Kommunikationsproblemen. Es ist ein niedrigschwelliger Zugang möglich, über Telefon, Mail, schriftlich oder persönlich.

Wann hilft der PA konkret weiter und wann stößt er an seine Grenzen?
PA können überall dort gut helfen, wo es die Bereitschaft von allen Seiten gibt, eine außergerichtliche Lösung zu erzielen. Wenn es unüberbrückbare Sachverhaltsprobleme gibt oder keine Bereitschaft zur Zusammenarbeit, kommen nur die Gerichte infrage.

Wie ist es um die Patientenrechte in Österreich bestellt, wo besteht Aufholbedarf?
Die gesetzliche Situation und Ausgangslage ist sehr gut (Patientencharta), die Umsetzung in der Praxis hat noch Lücken. Der Aufholbedarf ist bei den „neuen Patientenrechten“ am größten: etwa betreffend Partizipation, Qualitätstransparenz und Patientenorientierung bei den immer wieder angekündigten Reformschritten.

Warum sind die Verantwortlichkeiten in den Bundesländern unterschiedlich geregelt?
Das erklärt sich aus unterschiedlichen Geschwindigkeiten und der Landeskompetenz, die hier oft bremsend wirkt.

Worin sehen Sie die größten Probleme?
Leider ist es nicht gelungen, alle Patientenanwaltschaften mit umfassender Zuständigkeit im Sinne eines "One-Stop-Shops" in allen Bundesländern einzurichten.

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