KONSUMENT.AT - Psychotherapeuten - Vereine in Tirol und Wien

Psychotherapeuten

Erstgespräch mit Kontaktschwierigkeiten

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Konsument 6/2010 veröffentlicht: 20.05.2010, aktualisiert: 25.05.2010

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Vereine in Tirol und Wien

In Tirol und Wien haben die Krankenkassen Verträge mit Vereinen abgeschlossen, diese organisieren die  Vergabe der krankenkassenfinanzierten Therapieplätze. In Wien sind dies der Verein für ambulante Psycho­therapie und die Gesellschaft für psychotherapeutische Versorgung, in Tirol die Gesellschaft für psychothera­peutische Versorgung. Unsere Testpersonen haben diese Vereine telefonisch mit ihren Anliegen konfrontiert.

Verein für ambulante Psychotherapie Wien

Beide Tester erhielten Auskünfte zur Vermittlung von Therapeuten und der Wartezeit auf kassenfinan zierte Plätze. Tester 2 (Angststörung) erhielt außer dem Informationen zu Therapiemethoden und da rüber, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um eine Finanzierung durch die Krankenkasse zu erhalten.

Zudem wurde der Ablauf eines Erstgespräches geschildert und empfohlen, sich im Internet zu informieren.  Auch wurde unserem Tester erklärt, dass die Sympathie zwischen Klient und Therapeut wichtiger sei als  die Therapierichtung. Tester 1 (Beziehungsprobleme) erhielt die Auskunft, dass die Therapiekosten voraus­sichtlich nicht von der Krankenkasse übernommen würden.

Wiener Gesellschaft für psychotherapeutische Versorgung

Auf die Frage, wie ein geeigneter Therapeut zu finden sei, wurden beide Testpersonen auf die Home­page www.psychotherapie­wien.at verwiesen. Tester 1 erhielt keine weiterführenden Informationen. 

Tester 2 wurde darüber in Kenntnis gesetzt, dass eine Überweisung vom Hausarzt notwendig sei. Zudem erhielt er Auskünfte zu Finanzierungsmöglichkeiten für eine Therapie.

Gesellschaft für psychotherapeutische Versorgung Tirols

Beide Testpersonen wurden darüber informiert, dass eine Liste aller Therapeuten beim Tiroler Landes­verband für Psychotherapie aufliegt. Der Verband vermittelt Therapeuten und gibt Auskünfte zu Therapien und Therapiemethoden sowie zu einer möglichen Finanzierung durch die Krankenkassen.

Tester 2 wurde außerdem über Formalitäten, Finanzierungsmöglichkeiten und Wartezeiten informiert. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass die Thera pieplätze in Tirol vordringlich für schwere und schwerste psychische Störungen vorgesehen sind.

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Kommentare

  • Kein Gesamtvertrag ein Skandal
    von sapereaude am 07.06.2010 um 08:53
    Es ist ein Skandal, dass es seit fast zwei Jahrzehnten den gesetzlich vorgesehenen Gesamtvertrag für die psychotherapeutische Versorgung der Versicherten nicht gibt. Die Entscheidungsträger in der Politik und bei den Krankenkassen tun nichts, um diesen unwürdigen Zustand abzustellen. Viele Psychotherapiepatientinnen müssen tief in die Tasche greifen, um eine Psychotherapie finanzieren zu können, haben lange Wartezeiten für die unzureichenden "Krankenkassaplätze" oder haben überhaupt keinen Zugang zu einer notwendigen Psychotherapie. Wenn bei ÄrztInnen ein vertragsloser Zustand ist - siehe die derzeitige Situation bei der SVA -, dann ist Feuer am Dach und es herrscht bei den verantwortlichen Stellen Konsens darüber, dass dies unerträglich ist. Aber für die PsychotherapiepatientInnen fehlt dieses absolut wichtige Engagement....