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Raucherentwöhnung: Champix, Zyban & Co

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Konsument 1/2010 veröffentlicht: 03.12.2009

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Champix

 

Seit geraumer Zeit ist das rezeptpflichtige Präparat Champix mit dem Wirkstoff Varenicilin in Österreich zur Raucherentwöhnung zugelassen. Varenicilin soll an den Nikotinrezeptoren des menschlichen Gehirns andocken. Bestimmte pharmakologische Wirkungen des Nikotins werden dadurch gehemmt bzw. nachgeahmt. So sollen Entzugserscheinungen gemildert und die psychoaktiven Wirkungen des Nikotins reduziert werden. Es gibt wissenschaftliche, placebokontrollierte Studien, die pharmakologische Effekte am Menschen zeigen. Die Studien erfolgten an Erwachsenen, die entweder vor Kurzem das Rauchen aufgegeben hatten oder dies ernsthaft in Erwägung zogen. Nach einem Jahr lag die Abstinenzrate bei 20 Prozent. Unklar ist, ob der therapeutische Effekt über die Anwendungsdauer des Präparates hinaus anhält. Entsprechende Hinweise müssen noch überprüft werden. Testpersonen berichteten allerdings über Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, vermehrtes Träumen und Schlaflosigkeit. Es gibt deutliche Hinweise, dass Varenicilin zu depressiven Verstimmungen führen und Suizidgedanken auslösen kann. Bei Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen sollte der Arzt eine Verschreibung deshalb sehr genau prüfen. Langzeiterfahrungen und Studien, die eine abschließende Beurteilung zulassen, liegen noch nicht vor. Das Präparat ist sehr teuer, alleine die Starterpackung kostet 124,10 Euro. Die Kosten werden – wie für alle anderen Nikotinentwöhnungsmittel auch – nicht von der Krankenkasse übernommen.

 

Zyban

 

Der im rezeptpflichtigen Präparat Zyban enthaltene Wirkstoff Bupropion (Amfebutamon) wird unter dem Markennamen Wellbutrin zur Behandlung depressiver Erkrankungen eingesetzt. Worauf die Wirkweise bei der Raucherentwöhnung beruht, ist nicht bekannt. Einige Studien legen nahe, dass Zyban nikotinhaltigen Mitteln überlegen ist. Für Bupropion sind allerdings zahlreiche Gegenanzeigen und unerwünschte Wirkungen aufgelistet.

 

Mit der Behandlung sollte begonnen werden, wenn noch geraucht wird. Aufgrund der unzulänglichen Faktenlage zu einer Langzeitbehandlung und bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen beurteilen wir dieses Präparat als zur Nikotinentwöhnung mit Einschränkung geeignet.

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Kommentare

  • Bin jetzt erst auf diesen Artikel aufmerksam geworden...
    von peter47 am 20.07.2010 um 16:30
    Feierte gerade meinen ersten "Geburtstag" ohne Zigarette... Der Weg zu einem Tagesseminar mit PDM fiel mir als Techniker nicht leicht, hat aber genutzt DI Peter Sunitsch
  • Gratulation
    von MW2601 am 30.01.2010 um 19:51
    Kann Konsument nur zu dem Test gratulieren. ENDLICH mal eine Organisation, die mit den ganzen Wunderheilern und Wundermitteln aufräumt, deren Wirksamkeit sich meist darauf beschränkt, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Auch für die PT-Verfahren gibt es leider keine PLACEBO-kontrollierten Studien und die liefern bekanntlich den einzig fundierten Nachweis zur Wirksamkeit. Insofern sehe ich auch hier keinen Vorteil gegenüber einer normalen Beratung.
  • was ich in diesem testbericht vermisse, ist die e-zigarette
    von headcrash am 18.12.2009 um 19:43
    die e-zigarette verdampft eine wässrige lösung. darin können kräuter und/oder nikotin enthalten sein. das "feeling" entspricht einer normalen zigarette ('rauch' inhalieren etc.) und man kann so daran arbeiten, die nikotin-dosis schrittweise zu reduzieren (unterschiedliche dosen erhältlich). durch die fehlenden rauchinhaltsstoffe werden die üblichen symptome (zb. raucherhusten) umgehend gemildert. auch dies erhöht die motivation. als letzten schritt lässt man dann nikotin und schließlich e-zigarette ganz weg. kaufen kann man die e-zigarette bequem per internet und postzustellung.