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Raucherentwöhnung: Champix, Zyban & Co

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Konsument 1/2010 veröffentlicht: 03.12.2009

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Homöopathie

 

Medizinhistoriker betrachten die Entwicklung der Homöopathie als Reaktion auf die rigorosen Behandlungsmethoden des 18. Jahrhunderts (regelmäßige Aderlässe, Verabreichen giftiger Substanzen). Begründer der Homöopathie ist der Arzt Samuel Hahnemann (1755 – 1843). Hahnemann stellte Prinzipien der Homöopathie auf, die sich bis heute erhalten haben, zum Beispiel das Simile-Prinzip. Dieses sieht vor, dass „Ähnliches mit Ähnlichem" behandelt wird. Gegen Fieber beispielsweise setzt man Mittel ein, die Fieber hervorrufen. Dies geschieht in äußerst niedriger Dosierung, wodurch sich die Wirkung umkehren soll. Die homöopathische Verdünnung des Wirkstoffs („Potenzierung“) geschieht durch Verschütteln in einem Lösungsmittel oder Verreiben mit Milchzucker.

 

Wissenschaftlicher Nachweis fehlt

 

Beim ersten Produkt in unserer Untersuchung handelt es sich um ein klassisches Homöopathikum im Sinne Hahnemanns (Simile-Regel), und zwar um Nicotiana Tabacum D 30 (Dr. Peithner KG in Lizenz von DHU). Diese Tropfen enthalten nicht einmal ein Molekül Nikotin. Das zweite Präparat, Entwöhnungstropfen Nr. 33 Mag. Doskar, ist ein Komplexmittel. Das bedeutet, dass diese Tropfen aus mehreren Homöopathika bestehen, die miteinander gemischt wurden. Ein derartiges Verfahren entspricht nicht mehr der klassischen Homöopathie nach Hahnemann. Entwöhnungstropfen Nr. 33 Mag. Doskar sollen nicht nur beim Nikotinentzug helfen, sondern auch beim Alkohol- und Drogenentzug.  Bislang liegt kein wissenschaftlicher Beweis für eine über den Placeboeffekt hinausgehende Wirkung der Homöopathie vor. Auch bei den Versuchen, ihre Theorie rational zu erklären, ist die Homöopathie bisher gescheitert. Kritiker weisen auf die teils enorme Verdünnung der Wirkstoffe hin. Scheinbare Therapieerfolge erklären sich durch den Placeboeffekt sowie durch den natürlichen Krankheits- und Heilungsverlauf.

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Kommentare

  • Bin jetzt erst auf diesen Artikel aufmerksam geworden...
    von peter47 am 20.07.2010 um 16:30
    Feierte gerade meinen ersten "Geburtstag" ohne Zigarette... Der Weg zu einem Tagesseminar mit PDM fiel mir als Techniker nicht leicht, hat aber genutzt DI Peter Sunitsch
  • Gratulation
    von MW2601 am 30.01.2010 um 19:51
    Kann Konsument nur zu dem Test gratulieren. ENDLICH mal eine Organisation, die mit den ganzen Wunderheilern und Wundermitteln aufräumt, deren Wirksamkeit sich meist darauf beschränkt, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Auch für die PT-Verfahren gibt es leider keine PLACEBO-kontrollierten Studien und die liefern bekanntlich den einzig fundierten Nachweis zur Wirksamkeit. Insofern sehe ich auch hier keinen Vorteil gegenüber einer normalen Beratung.
  • was ich in diesem testbericht vermisse, ist die e-zigarette
    von headcrash am 18.12.2009 um 19:43
    die e-zigarette verdampft eine wässrige lösung. darin können kräuter und/oder nikotin enthalten sein. das "feeling" entspricht einer normalen zigarette ('rauch' inhalieren etc.) und man kann so daran arbeiten, die nikotin-dosis schrittweise zu reduzieren (unterschiedliche dosen erhältlich). durch die fehlenden rauchinhaltsstoffe werden die üblichen symptome (zb. raucherhusten) umgehend gemildert. auch dies erhöht die motivation. als letzten schritt lässt man dann nikotin und schließlich e-zigarette ganz weg. kaufen kann man die e-zigarette bequem per internet und postzustellung.